Baldeggersee

Nutzung von See-Energie: Luzerner Regierung spielt den Ball weiter

Die Luzerner Regierung sieht sich nicht in der Pflicht, Projekte zur Wärmegewinnung aus dem Baldeggersee anzustossen.

Lukas Nussbaumer
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Würde die Energie des Baldeggersees genutzt, könnte die ganze Region geheizt werden. Die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz beziffern das Potenzial der Wärmeversorgung auf 30'000 Leute oder auf 10'000 Haushalte, die geheizt werden könnten.

Die thermische Energie des Baldeggersees soll genutzt werden. Auf dem Bild zu sehen ist der Abschnitt zwischen Nunwil und Tempikon.

Die thermische Energie des Baldeggersees soll genutzt werden. Auf dem Bild zu sehen ist der Abschnitt zwischen Nunwil und Tempikon.

Bild: Pius Amrein (11. Juli 2018)

Höchste Zeit also, dieses Potenzial zu nutzen, fand der Ballwiler CVP-Kantonsrat Markus Odermatt im Juli – und reichte ein Postulat ein, in dem er die Regierung aufforderte, «eine aktive Rolle bei der Nutzung von Wasser aus dem Baldeggersee für die Energiegewinnung anzustreben». Um dies zu ermöglichen, braucht es den Segen von Pro Natura, die den Baldeggersee seit 1942 besitzt. Odermatt möchte, dass der Kanton mit der Umweltorganisation eine Absichtserklärung vereinbart. Damit sollen potenzielle Investoren Gewissheit haben, dass die Eigentümerin auf ihren Grundstücken Bauten für die Entnahme von Seewasser bewilligt.

Petitionär hält an voller Überweisung fest

Die Regierung will das Postulat nur teilweise erheblich erklären, wie sie in ihrer Antwort festhält. Es läge «an Gemeinden und potenziellen Investoren, Projekte für die Nutzung der Seeenergie voranzutreiben». Der Kanton werde Unterstützung leisten, es sei aber nicht seine Aufgabe, die Prozesse anzustossen.

Markus Odermatt ist «enttäuscht, dass mein Anliegen bei der Regierung nicht auf grösseres Interesse stösst». Er werde an der vollen Überweisung festhalten, denn es mache wenig Sinn, wenn verschiedene Akteure mit Pro Natura verhandeln würden. «Die Energiewende kann nur funktionieren, wenn Gemeinden und Investoren Planungssicherheit haben.»