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BALLETT: Im Konzertsaal schlüpfen Ballerinen

Das Stadtorchester Luzern hat gestern im KKL 90 Tänzerinnen begleitet. Im farbenfrohen Programm fielen besonders die kleinen «Küken» auf.
Die Tänzerinnen des Ballettstudios Scheitlin und der Ballettschule Uri sorgten gestern im KKL für farbige Akzente. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die Tänzerinnen des Ballettstudios Scheitlin und der Ballettschule Uri sorgten gestern im KKL für farbige Akzente. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Man kann nicht früh genug mit Ballett anfangen. Gestern Vormittag haben auf der Konzertbühne des KKL gar «Küken» getanzt, nachdem sie sich von ihren riesigen Eierschalen befreit hatten. Die gelb gefiederten, kleinen Tänzer sorgten so gleich zu Beginn des Konzerts des Stadtorchesters Luzern, des Ballettstudios Scheitlin Luzern und der Ballettschule Uri für eine grosse «Kinderüberraschung».

60 Musiker begleiten 90 Tänzer

Das 60-köpfige Stadtorchester und die 90 Tänzerinnen und Tänzer boten dem Publikum im fast ausverkauften Konzertsaal ein Unterhaltungsprogramm quer durch die Klassik- und Musicalwelt. Das Orchester unter der Leitung von Dan Covaci-Babst sorgte mitunter ohne Tänzer für Überraschung: In Griegs «Norwegischem Tanz Nr. 3» entzückten etwa die Streicher und Flöten mit einem besonders transparenten Klang, während die Posaunen mit triolischen Rhythmen auftrumpften. Teils wirkten die Tanzsätze aber etwas verhalten, wie etwa der durchdirigierte dritte Satz aus Griegs erster «Peer Gynt»-Suite.

Die «Küken» begleitete das Orchester inspirierend leicht im «Tanz der Stunden» von Amilcare Ponchielli. Zu den kleinen Ballerinen gesellten sich immer grössere und buntere dazu, sodass man der Tanzfamilie genüsslich beim Wachsen zuschauen konnte (Choreografie von Dominique Müller). Schön inszeniert waren auch die Tänze zur Ballettmusik aus Charles Gounods Oper «Faust»: Insbesondere der Tanz um einen auf der Bühne aufgestellten Maibaum ­wirkte erfrischend farbig (Choreografie von Dominique Müller und Lee Wigand).

Der rote Faden der Familienidylle wurde nach der Pause kurzzeitig von Varieté-Tänzerinnen unterbrochen, die zur Musik des Musicals «Chicago» mit ihren Reizen spielten. Aber angesichts des Familienpublikums zeigten sie doch lieber ihre glitzernden Handschuhe, statt allzu offensiv das Tanzbein zu schwingen (Choreografie von Rebekka Scharf). Mit einem Abba-Medley stellte darauf das Stadtorchester den Familienfrieden wieder her, bevor das Konzert auf den finalen «Boléro» zusteuerte.

Tänzer bewegten sich wie Wellen

In dieser Ballettmusik von Maurice Ravel spielte ein unbeirrbarer Schlagzeuger den Grundrhythmus, und die Bläser hatten auch nach zwei Stunden noch genug «Pfuus», um die heiklen Melodien zu meistern. So konnten die grossen Ballerinen in ruhiger Manier mit ihren Schirmen tanzen, während die kleinen sich wie Wellen im Meer bewegten, nachdem sie ihr gelbes Federkleid gegen blaue Tüllkleider eingetauscht hatten.

Simon Bordier

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