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BALLWIL: Anliker erwirbt Fabrikareal

Ende August ist für die in der Medizinaltechnik tätige Belimed AG definitiv Schluss. Auf dem Fabrikgelände sollen unter anderem Wohnungen entstehen.
Ernesto Piazza
Die Belimed AG, sie stellt Medizinaltechnik her, schliesst Ende August in Ballwil ihren Betrieb. Das Areal hat die Anliker-Gruppe gekauft. (Bild Boris Bürgisser)

Die Belimed AG, sie stellt Medizinaltechnik her, schliesst Ende August in Ballwil ihren Betrieb. Das Areal hat die Anliker-Gruppe gekauft. (Bild Boris Bürgisser)

Ernesto Piazza

Noch ist die Handänderung nicht öffentlich publiziert. Trotzdem bestätigt der Ballwiler Gemeindeschreiber Mario Inderbitzin auf Anfrage, dass die Gemeinde über den Verkauf des Belimed-Geländes – einer Medizinalgeräteherstellerin – informiert wurde. Erworben hat die 10 141 Quadratmeter grosse Fläche die Bau- und Generalunternehmung Anliker. «Wir haben den Kauf über die Immobilien-Anlagewerte AG, Luzern, welche sich zu 100 Prozent in Anliker-Besitz befindet, abgewickelt», sagt Xaver Sigrist, Verwaltungsratspräsident der Anliker Holding AG. Was den Preis betrifft, haben die beiden Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart.

Die Belimed AG gehört zur Metall-Zug-Gruppe und stellt Reinigungs- und Sterilisationsgeräte für Arztpraxen, Spitäler, Labors sowie die Pharmaindustrie her. Momentan wird am Standort Ballwil zwar noch reduziert gearbeitet. Ende August ist aber definitiv Schluss. Im September dürften lediglich noch vereinzelte Aufräumarbeiten ausgeführt werden.

100 Mitarbeiter weiterbeschäftigt

Für 130 Mitarbeiter war der Schliessungsentscheid der Belimed AG in Ballwil vor rund eineinhalb Jahren eine Hiobsbotschaft (wir berichteten). Die Arbeitsplätze in der Luzerner Gemeinde fielen einer Restrukturierung des Unternehmens zum Opfer. «Der Entscheid macht betroffen», sagte der Ballwiler Gemeindepräsident Benno Büeler damals. Die Mitarbeiter hätten schockiert darauf reagiert. Damit verlor Ballwil rund einen Siebtel seiner insgesamt 900 Arbeitsplätze. Etwa die Hälfte der Stellen werde nach Zug verlegt, hiess es. Stand heute, ist diese Zahl aber weit höher. «Letztlich sind zirka 100 Mitarbeiter arbeitstechnisch umgezogen», sagt Daniel Keist, CFO der Metall-Zug-Gruppe. Einige weitere hätten selber eine Stelle gefunden. «Einzelne Kündigungen waren jedoch unvermeidbar», so Keist.

Trotzdem sei der Entscheid, die Produktion ins slowenische Grosuplie zu verlegen, auch im Nachhinein absolut richtig gewesen. Genauso wie die Ansiedlung der Administration und Technik beim Standort des Haushaltgeräteherstellers V-Zug, welcher ebenfalls zur Metall-Zug-Gruppe gehört. Der CFO führt in diesem Zusammenhang vor allem die Entwicklung des Eurokurses in den vergangenen 18 Monaten an. Diese sorgte für einen zusehends stärkeren Franken und führte zu einer Verteuerung der Produktionskosten in der Schweiz.

Studienwettbewerb vorgesehen

Was mit dem Areal passiert, ist noch unklar. «Von unserer Seite gibt es bisher keine konkreten Pläne», sagt Xaver Sigrist von der Anliker Holding AG. Fest steht, dass die auf dem Areal stehenden Fabrikgebäude abgerissen werden. Und vorgesehen sei auch ein Studienwettbewerb, der grösstenteils Wohnungen beinhalten soll, so Sigrist. Dass sich ein möglicher Käufer in diese Richtung bewegen wird, «haben wir erwartet», sagt der Gemeindepräsident. Obwohl Büeler die Schliessung des Betriebs nach wie vor bedauert, erklärt er: «Wir müssen uns der Realität stellen.»

Wohnungen sind zonenkonform

Das Belimed-Areal befindet sich in der Sonderbauzone Zentrum. Sollten darauf Wohnungen entstehen, bräuchte es nicht grundsätzlich eine Umzonung. «Diese Möglichkeit haben wir in unserem geltenden Bau- und Zonenreglement bereits vorgesehen», sagt Gemeindeschreiber Inderbitzin. Aktuell wird das Regelwerk überarbeitet. Ziel ist es, «dass die neue Situation bereits in die laufende Ortsplanung integriert werden kann». Dies betrifft die Betriebsschliessung und damit verbunden den Verlust von 130 Arbeitsplätzen sowie den Verkauf des Areals.

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