Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BALLWIL: Forscher planten Dorfkern mit

Der Gemeinde fehlt ein Dorfkern. Wie ein solcher entstehen könnte, zeigt nun ein Masterplan auf. An diesem tüftelte gar die Hochschule mit.
Übersicht vom neuen Dorfzentrum in Ballwil. (Bild: Grafik: Janina Noser / Neue LZ)

Übersicht vom neuen Dorfzentrum in Ballwil. (Bild: Grafik: Janina Noser / Neue LZ)

Evelyne Fischer

Wer auf der Dorfstrasse durch Ballwil fährt, dem sticht eines ins Auge: Parkplatz reiht sich an Parkplatz – an prominentester Lage. «Ob sich an dieser Wahrnehmung etwas ändern lässt, wollen wir prüfen», sagt Petra Jenni, Gemeinderätin Ressort Bau. Den Wunsch nach einem Ortskern äusserte die Bevölkerung erstmals an einer Zukunftskonferenz 2012. Mit dem kürzlich verabschiedeten und auf der Homepage aufgeschalteten Masterplan Dorfzentrum rückt dieses Ziel ein Stück näher.

Bei der Dorfstrasse Raum schaffen

Das Dokument ist das Resultat eines Forschungsprojekts, an dem Ballwil teilnahm (siehe Kasten). Eine erste Erkenntnis daraus: «Eine grüne Wiese zu verbauen, ist einfacher, als eine bestehende Siedlung zu verdichten», sagt Jenni. Jede Veränderung wirke sich auf das Umfeld aus. «Diese Abhängigkeiten müssen wir im Auge behalten. Wollen wir den Ortskern nachhaltig verdichten und gleichzeitig den heutigen Dorfcharakter bewahren, ist dies eine Notwendigkeit.» Eine weitere Erkenntnis: Um zwischen dem Restaurant Sonne und der heutigen Gemeindeverwaltung einen Treffpunkt zu erhalten, müssen bestehende Strukturen gestärkt werden. «Ein belebtes Zentrum kann nicht einfach so aus dem Boden gestampft werden.» Das heisst auch: Ballwil muss sich mit seinem Status als Strassendorf arrangieren. «Wichtige Verbindungsachsen führen durch unsere Gemeinde. Die Strasse lässt sich nicht wegzaubern, aber allenfalls aufwerten.» Deswegen wird geprüft, ob am heutigen Verlauf der Dorfstrasse etwas verändert werden kann. «Es gilt, Raum zu schaffen», sagt Jenni. Aufenthaltsqualität komme vor Schnelligkeit, heisst es im Masterplan. Aufgezeigt wird weiter, dass die Kanzlei verlegt und der Kirchhang enger bebaut werden könnte. Wie genau, bleibt offen. «Ganz bewusst», sagt Jenni. «Wir wollen der künftigen Entwicklung nichts vorwegnehmen.»

Machbarkeitsstudie soll folgen

Der Masterplan kostete Ballwil 30 000 Franken. «Durch die Teilnahme an der Fallstudie und den Einbezug der Bevölkerung war der eigentliche Aufwand jedoch einiges grösser», sagt Jenni. Hinter der 32-seitigen Fallstudie steckt ein Jahr Arbeit. Während dieser Zeit fühlte der Gemeinderat den Bürgern immer wieder den Puls. «Sie schätzen, dass die Behörde langfristig plant, die Kosten im Hinterkopf behält und regelmässig informiert», sagt Jenni. Auch Bedenken tauchten auf: Der Masterplan ist rechtlich nicht verbindlich. «Es gab Befürchtungen, wir hätten einen Papiertiger fabriziert.» Doch die Erkenntnisse sollen nun nicht in einer Schublade verschwinden, sondern in die laufende Revision der Ortsplanung einfliessen. «Bei grösseren Bauprojekten ist ein Bebauungsplan künftig Pflicht.»

Bevor aufwendige Planungen gemacht werden, will die Gemeinde nun mit einer Machbarkeitsstudie klären, «ob sich ein Dorfkern wirtschaftlich überhaupt realisieren lässt», sagt Jenni. Gegen 80 000 Franken dürfte die Studie kosten, die im nächsten Sommer stehen dürfte. «Ich hoffe, dies ist es der Bevölkerung wert, damit der begonnene Weg weitergeführt werden kann.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.