Ballwil, Geuensee, Nebikon, Vitznau: Luzerner Gemeinden schliessen besser ab

Ausgabendisziplin und Mehreinnahmen führen dazu, dass viele Gemeinden die Rechnung 2019 mit einem Plus ausweisen – oder das Minus kleiner ist als budgetiert.

Roseline Troxler
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Höhere Steuereinnahmen und Ausgabendisziplin führen dazu, dass nachfolgende Gemeinden die Rechnung 2019 besser abschliessen als budgetiert:

Ballwil

Die Ballwiler können statt an der Gemeindeversammlung am 28. Mai an der Urnenabstimmung vom 28. Juni 2020 über die Rechnung 2019 befinden. Diese schliesst mit einem Aufwandüberschuss von knapp 375000Franken und somit gut 10000Franken besser ab. Das Kieswerk wird neu als Spezialfinanzierung in die Gemeinderechnung integriert. Das Ergebnis bezeichnet der Gemeinderat in einer Mitteilung als «nicht zufriedenstellend». Die Ablieferungen aus dem Kieswerk haben sich gegenüber dem Budget für das Jahr 2019 halbiert. Abgeliefert wurde ein Betrag in der Höhe von rund 524000Franken. Dies liegt laut der Gemeinde daran, dass der Hauptabnehmer in der zweiten Jahreshälfte nur sehr wenig Kies bezog. Zudem führten die Verkehrssituation in Eschenbach und neue Deponien in der Umgebung zu einem Einbruch. Laut Gemeinderat haben sich die Einnahmen in anderen Bereichen hingegen erfreulich entwickelt, sodass die Rechnung 2019 dennoch besser abschliesst, als budgetiert wurde. Die Nettoinvestitionen lagen 2019 bei rund 255000Franken.

Geuensee

Die Gemeinde Geuensee weist bei der Jahresrechnung 2019 bei einem Gesamtaufwand von 15,1Millionen Franken ein Plus von 685000Franken aus. Budgetiert war ein Minus von gut 4500Franken. Zum positiven Ergebnis haben laut der Gemeinde höhere Steuererträge aus Nachträgen und Sondersteuern beigetragen. Ausserdem lagen sowohl der Transfer- wie auch der Personalaufwand tiefer als budgetiert. Die Nettoinvestitionen lagen bei 245000Franken, budgetiert waren 1,3Millionen Franken. Wegen Ressourcenengpässen und Projektverzögerungen konnte nur ein kleiner Teil der im Budget geplanten Investitionen getätigt werden. Rund ein Drittel der budgetierten Kredite wurde laut der Mitteilung der Gemeinde ins Jahr 2020 übertragen.

Nebikon

Die Gemeindeversammlung vom 27. Mai wurde abgesagt. Der neue Termin ist noch offen. Die Rechnung 2019 schliesst mit einem Plus von knapp 180000Franken. Budgetiert war ein Plus von 90000Franken. Der Gemeinderat führt das bessere Ergebnis auf Mehreinnahmen in den Bereichen Bildung sowie Steuern und Finanzen zurück. Ausserdem hätten die Globalbudgets durch Ausgabendisziplin grossmehrheitlich eingehalten werden können. Die Gemeinde verzeichnet Nettoinvestitionen von 1,08Millionen Franken. Budgetiert waren Nettoinvestitionen von 1,57Millionen. Leider haben laut der Gemeinde im Jahr 2019 nicht alle Projekte abgeschlossen werden können, wie es in der Mitteilung weiter heisst. So gibt es 15 Kreditübertragungen von nicht abgeschlossenen Projekten auf das Jahr 2020.

Vitznau

Die Gemeinde Vitznau kann eine positive Budgetabweichung von 1,07Millionen Franken vermelden. Statt eines Minus von 101000Franken weist die Rechnung 2019 ein Plus von 964000Franken auf. Das liegt laut der Gemeinde vor allem an den Fiskaleinnahmen, die um 742000 Franken über dem Budget liegen. Diese seien vor allem auf Zuzüge im vierten Quartal zurückzuführen. Den höchsten Mehrertrag gab es allerdings bei den Sondersteuern auf die Kapitalauszahlungen. Auf der Ausgabenseite konnten die Globalbudgets aller Bereiche eingehalten werden. Die Investitionen lagen mit 709000Franken rund 270000Franken unter dem Investitionsbudget. Für das laufende Jahr hat der Gemeinderat ein Defizit von knapp 1,13Millionen Franken budgetiert. Der Gemeinderat von Vitznau zeigt sich allerdings vorsichtig optimistisch, dass dieses Defizit unterschritten werden kann.