BANK: Viele Kunden der LUKB reagieren wütend

Unter der Last von faulen Immobilienkrediten in Höhe von 60 Milliarden Dollar ist die traditionsreiche US-Investmentbank Lehman Brothers zusammengebrochen. Dies zeigt Wirkungen – bis in die Zentralschweiz.

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Bernhard Kobler, CEO der Luzerner Kantonalbank. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Bernhard Kobler, CEO der Luzerner Kantonalbank. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

«Ein 75-jähriger Bekannter war eben bei mir. Er hat einen grossen Teil von seinem mühsam ersparten Geld verloren», sagt ein Leser unserer Zeitung und langjähriger Kunde der Luzerner Kantonalbank (LUKB). Experten der LUKB hätten einen beträchtlichen Teil vom Vermögen des Bekannten in strukturierte Produkte der insolventen US-Bank Lehman Brothers investiert. «Mein Bekannter versteht nicht viel von Anlagegeschäften und hat der LUKB vertraut», sagt unser Leser, der aus dem gleichen Grund ebenfalls viel Geld verloren hat.

«Bank hat nie informiert»
Dies sei unter anderem deshalb möglich gewesen, weil die LUKB nie von sich aus darüber informiert habe, dass das Rating von Lehman zurück gestuft wurde. Dies, obwohl LUKB-Sprecher Daniel von Arx am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung sagte, man habe die Kunden bereits Mitte Juli über die Situation bei Lehman unterrichtet. Damit nicht genug: Am Donnerstag vor einer Woche und somit wenige Tage vor dem Kollaps von Lehman hat unser Leser ein Mail eines LUKB-Beraters erhalten, nachdem er sich um seine Anlagen in Lehman-Produkte besorgt gezeigt hatte. Der Berater gab an, immer noch an Lehman zu glauben.

Weitere Leser haben sich erzürnt an unsere Zeitung gewandt, weil sie offenbar nie darüber aufgeklärt worden waren, dass es sich bei strukturierten Produkten um Papiere dreht, deren Handel deutlich riskanter sei als etwa bei Obligationen, wie von Arx selber am Mittwoch im Regionaljournal des Schweizer Radio DRS sagte. Die LUKB habe ihnen die Produkte als sicher verkauft. Auch die Information über die Situation bei Lehman haben diese Leser offenbar nie oder erst viel später als Mitte Juli erhalten.

«Kunden sollen uns kontaktieren»
Die Vorwürfe, die unsere Leser gegen die LUKB vorbringen, nehme er Ernst, sagt LUKB-CEO Bernhard Kobler. So zum Beispiel die Anschuldigung, die Bank hätte die Kunden nicht über die Risiken von strukturierten Produkten informiert. Kobler: «Das wäre nicht unser Standard, wie er bankweit definiert ist.» Zum Vorwurf, dass die LUKB ihre Kunden nicht oder viel zu spät darüber informiert habe, dass das Lehman-Rating zurückgestuft wurde, sagte Kobler: «Wenn diese Information in Einzelfällen nicht korrekt stattgefunden hat, so bitte ich die Kunden, mit uns Kontakt aufzunehmen. Wir werden die Anfragen individuell bearbeiten. Bei Fehlern der Bank werden wir auch in finanzieller Hinsicht eine Lösung finden.»

Sarah Hadorn

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag im Tagesthema der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.