BANKEN: LUKB: «Wir prüfen jeden Fall individuell»

Credit Suisse hat ein Einsehen. Die Grossbank entschädigt Kunden, die Produkte von Lehman Brothers gekauft haben. Nicht so die Luzerner Kantonalbank.

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Bernard Kobler, CEO der Luzerner Kantonalbank, während einer Medienkonferenz. (Bild Keystone)

Bernard Kobler, CEO der Luzerner Kantonalbank, während einer Medienkonferenz. (Bild Keystone)

Der öffentliche Druck zeigt offenbar Wirkung. Die Credit Suisse (CS) hat eine Entschädigungsregelung für einen Teil ihrer Anleger angekündigt. Hintergrund sind die zahlreichen Beschwerden von Anlegern, die durch den Verkauf von strukturierten Produkten der in Konkurs gegangenen US-Bank Lehman Brothers um ihr Geld bangen.

LUKB folgt CS-Beispiel nicht
Ein deutliches Zeichen des Entgegenkommens würden sich auch die zahlreichen betroffenen Anleger der Luzerner Kantonalbank (LUKB) wünschen. Doch die LUKB nimmt von generellen Entschädigungszusagen Abstand.

«Grundsätzlich sind wir nicht verpflichtet, finanziell für diese Produkte aufzukommen», sagt LUKB-Chef Bernard Kobler. «Sollten wir aber Fehler gemacht haben, und das untersuchen wir jetzt genau, dann stehen wir auch dazu.» Will heissen: Mögliche Entschädigungen sollen von Fall zu Fall geprüft werden. Dabei werde man jeden dieser Fälle individuell und genau analysieren. Wie lange dieser Prozess dauern wird, könne man heute noch nicht abschätzen. Für das Vorgehen der Credit Suisse kann sich Kobler nicht erwärmen: «Ein solches Konzept scheint mir für unsere konkrete Situation und Grösse nicht sinnvoll.» Wie viele Kunden sich bei der LUKB beschwert haben, wollte Kobler nicht kommentieren.

Der Druck nimmt zu
Für 80 Millionen Franken lagen Produkte der konkursiten Lehman in den Kundendepots der LUKB. Der öffentliche Druck auf das Luzerner Kreditinstitut nimmt nach der Entschädigungsaktion der Credit Suisse merklich zu. Allerdings erhielt die LUKB bereits am Montag einen Schuss vor den Bug. Das Nachrichtenmagazin «10 vor 10» berichtete über den Fall des Luzerner Juristen Thomas Beeler, der auf Anraten seines LUKB-Beraters 50'000 Franken in Lehman-Produkte investiert hatte, im festen Glauben, dass dies eine sichere Anlage sei. Beeler forderte die Bank via Fernsehen zu einer Kulanzregelung auf. «Die LUKB muss auf uns zugehen. Ein Vergleich wäre eine Lösung, weil auch die Bank Fehler gemacht hat», so Beeler.

Hans-Peter Hoeren und Ueli Kneubühler

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.