Banker regiert Luzerner Fasnacht

Der 56-jährige Luzerner Louis Fischer wurde am Samstag zum Fritschivater 2013 erkoren. Das Amt ist ihm nicht unbekannt: Er übt es sozusagen in dritter Generation aus. In Sursee gab der neue Heinivater Beat Felder das Fasnachts-Motto bekannt.

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Louis Fischer, Zunftmeister der Zunft zu Safran Luzern 2013, links, mit dem Weibel Rudolf von Werdt. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Louis Fischer, Zunftmeister der Zunft zu Safran Luzern 2013, links, mit dem Weibel Rudolf von Werdt. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Louis Fischer ist immer noch etwas bleich, als er den Raum betritt, wo die Medienschaffenden auf ihn warten. Innert fünf Minuten hat sich das Jahr 2013 für ihn grundlegend geändert: Er ist der neue Zunftmeister der Zunft zu Safran und damit Fritschivater der diesjährigen Luzerner Fasnacht. Konkret bedeutet dies einen schönen Batzen Geld, den er in die Hand nehmen muss, und vor allem eins: viel Zeit.

An rund 250 Anlässen wird er teilnehmen müssen. «Die Wahl ist sehr überraschend für mich», sagt Louis Fischer, «ich habe sicher nicht mehr damit gerechnet.» Schliesslich ist der 56-Jährige bereits seit 30 Jahren in der Zunft zu Safran. Zuerst habe er deshalb ein paar Mal leer geschluckt, als er die Nachricht am Samstag am Bot – der Versammlung der Zunft – erfahren hat.

«Da gingen mir so einige Kindheitserinnerungen durch den Kopf», erzählt der Luzerner, dessen Vater und Grossvater beide schon Zunftmeister waren. Entsprechend wisse er, was auf ihn zukommt: «Morgen werde ich den Terminkalender überarbeiten.»

Heinivater Beat Felder folgt auf Stephan Beck

Sursee: Auf dem Balkon des Surseer Rathauses wurde der Bevölkerung am Samstag der neue Heinivater der Zunft Heini von Uri vorgestellt. Er heisst Beat Felder und tritt damit die Nachfolge von Stephan Beck an. Im September wars, als die Zunftoberen an Felder herantraten und ihn baten, das Amt für ein Jahr zu übernehmen.

Felder erinnert sich: «Ich musste nicht überlegen, ob ich annehme oder nicht. Ich sagte spontan zu.» Bis im vergangenen November hatte er Zeit, um für die diesjährige Fasnacht ein Motto zu finden. Der Ingenieur, beim Kanton Luzern seit 25 Jahren für Spezialkulturen wie unter anderem den Weinanbau zuständig, wählte zur Überraschung vieler folgendes Motto: «O’zapft is!» Dies in Anlehnung ans Münchner Oktoberfest.

Felder hofft auf «feuchte, fröhliche und friedliche» närrische Tage. Bereits gestern fuhr ein Pferdegespann mit Anhänger und beladen mit Bierfässern auf dem Rathausplatz vor. Das erste Fass zapfte Felder gleich selber an.

Rahel Schnüriger

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