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Luzerner Bankräuber konsumierte auch Kinderpornografie

Ein Mann hat vor drei Jahren im Kanton Luzern drei Banken überfallen. Nun musste er sich vor dem Kriminalgericht verantworten - und das nicht nur wegen der Überfälle.
Sandra Monika Ziegler
Eine Überwachungskamera fotografierte den 56-Jährigen beim Banküberfall in Weggis. | Archivbild

Eine Überwachungskamera fotografierte den 56-Jährigen beim Banküberfall in Weggis. | Archivbild

Der 56-jährige Mann, der ab Februar 2015 innert 17 Monaten in Rothenburg, Hochdorf und Weggis Bankfilialen überfiel, musste sich gestern vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten. Dabei kamen weitere Straftaten zutage: Betrug, Urkundenfälschung, Erpressung und Konsum von Kinderpornografie. Der Mann ist geständig. Die Staatsanwaltschaft fordert 7 Jahre Freiheitsentzug, der Verteidiger maximal 4 Jahre.

Der Täter befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug. Als Motiv gab er bei den Vermögensdelikten seine finanzielle Situation an: «Mein Geschäft lief nicht mehr, ich hatte kein Geld mehr.» Er sah keinen Ausweg und wollte seine finanzielle Situation vor seinen Nächsten geheim halten. Das erste Mal überfiel er in Rothenburg eine Bank. Maskiert und mit einer Soft-Air-Pistole betrat er die Bank und erbeutete knapp 40000 Franken. Zuvor trank er sich mit Wodka-Orange Mut an.

Bei der Beweisaufnahme fing der Angeklagte immer wieder an zu weinen und beteuerte, wie leid ihm alles täte. Er habe dies getan, um den Lebensstandard seiner Familie zu sichern. Mit einem Teil der Beute finanzierte er die bereits geplanten Familien-Skiferien. Waren seine Finanzen wieder aufgebraucht, überfiel er die nächste Bank. Auch liess er sich mit gefälschten Lohnabrechnungen einen Barkredit über 48000 Franken auszahlen. Zudem bezog er Geld von seiner Taggeldversicherung, obwohl er teilweise arbeitete, dies jedoch verschwieg.

Hunderttausende Bilder heruntergeladen

Nebst den Vermögensdelikten hat der Mann auch Hunderttausende von kostenpflichtigen Bildern, hauptsächlich mit Kinderpornografie, für den Eigenkonsum heruntergeladen. Dies zur Selbstbefriedigung und zum Frustabbau, wie er begründete. Er sei nicht pädophil und habe nie ein Kind angefasst.

Für den Staatsanwalt hat der Mann eine «erhebliche kriminelle Energie» und «keine tiefe Einsicht». Dies auch, weil er nach einer Erbschaft von knapp einer halben Million Franken einen anderen Weg hätte wählen können. Der Verteidiger hält den Mann für keinen Profi-Kriminellen und fordert teilweisen Freispruch. Das Urteil ist noch nicht gefällt worden und wird den Parteien schriftlich zugestellt werden.

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