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Bankräuber flüchtete auf Rigi - sieben Jahre Gefängnis

Seine spektakuläre Flucht auf die Rigi machte den heute 56-Jährigen bekannt. Nun wurde er verurteilt.
sda/kük

Das Luzerner Kriminalgericht zeigt gegenüber einem wegen drei Banküberfällen, Vermögensdelikten und Pornografie angeklagten Mann keine Milde: Es hat den 56-jährigen Schweizer, wie vom Staatsanwalt beantragt, zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt.

Der Beschuldigte hatte die ihm vorgeworfenen Taten weitgehend zugegeben. Sein Verteidiger stufte die Delikte weniger schwer ein als der Staatsanwalt. Sein Mandant sei kein Profikrimineller, sagte er während des Prozesses und forderte nur eine vierjährige Strafe.

Durch Erpressung 280 000 Franken beschafft

Der Beschuldigte, ein selbstständig tätiger Dentaltechniker, hatte bis vor wenigen Jahren ein un­bescholtenes Leben geführt. Als seine Firma aber nicht mehr so gut lief und ein «Chinageschäft» nicht den erwarteten Ertrag brachte, begann er zu delinquieren. Er habe seiner dritten Frau und deren Tochter etwas bieten wollen, begründete er am Prozess sein Verhalten.

2010 versuchte der Beschuldigte, sich durch eine Erpressung 280 000 Franken zu beschaffen. Ab 2013 bezog er während zweier Jahre Krankentaggelder, arbeitete aber weiter. Sein Einkommen versteuerte er nicht korrekt. Mit falschen Angaben verschaffte er sich bei einem Kreditinstitut einen Barkredit von 48 000 Franken. Für diese Delikte sprach das Gericht den Beschuldigten, wie vom Staatsanwalt beantragt, der versuchten Erpressung, des ­gewerbsmässigen Betrugs, des Steuerbetrugs und der Urkundenfälschung schuldig. 2015 und 2016 überfiel der Beschuldigte, nachdem er sich jeweils Mut ­angetrunken und mit einer Soft-Air-Pistole bewaffnet hatte, drei ­Filialen der Luzerner Kantonalbank. Die Überfälle ereigneten sich in Rothenburg, Hochdorf und Weggis. Der letzte der drei war wohl der mit Abstand spektakulärste Überfall, versuchte der Täter nach dem Raub doch mit der Seilbahn das Weite zu suchen und über die Rigi zu entkommen.

Bei den drei Überfällen erbeutete der 56-Jährige Banknoten im Wert von 280 000 Franken. Damit machte sich der Mann nach Einschätzung des Staatsanwaltes und des Kriminalgerichts der räuberischen Erpressung, der Nötigung, des Raubs und des verbotenen Waffentragens schuldig. Bereits an der Verhandlung vor Kriminalgericht sprach der Staatsanwalt von einer «erheblich kriminellen Energie», welche der Mann an den Tag gelegt habe (Ausgabe vom 18. Mai).

Laptop mit Kinderpornografie

Die Ermittler stiessen beim Beschuldigten zudem auf Laptops und Festplatten mit kinderpornografischen Bildern. Er habe die Bilder zur Selbstbefriedigung und zum Frustabbau heruntergeladen, wie der Beschuldigte vor Gericht ausgesagt hatte. Unter den Bildern waren auch suspekte Aufnahmen seiner eigenen Tochter. Der Beschuldigte wurde deswegen auch der Pornografie schuldig gesprochen.

Der Mann befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug. Das gestern publizierte Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (sda/kük)

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