Bar abgefackelt: Luzerner Kriminalgericht spricht mehrjährige Haftstrafen

Im März standen zwei Personen wegen Brandstiftung vor dem Luzerner Kriminalgericht. Das Urteil liegt nun vor: mehrere Jahre Haft und Landesverweis. Dagegen wurde Berufung angemeldet. 

Sandra Monika Ziegler
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Der Richter hielt bereits an der Verhandlung im März 2020 vor Kriminalgericht fest: «Einer von beiden lügt.» Das damalige Paar hatte ab 2017 eine Bar in der Luzerner Agglomeration betrieben und diese Mitte März 2018 in Brand gesetzt, um die Versicherungsprämie von 80'000 Franken zu kassieren. Vor Gericht schoben die Angeklagten sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe und präsentierten sich jeweils als Opfer des anderen.

Für den beschuldigten Mann beantragte die Staatsanwaltschaft 7,5 Jahre Haft, eine Busse von 500 Franken und 12 Jahre Landesverweis, für die Frau 5,5 Jahre Haft und 10 Jahre Landesverweis. Die Verteidigung will keinen Landesverweis und eine verminderte Strafe.

Das Luzerner Gericht hat nun milder geurteilt: Der Mann wird zu vier Jahren und acht Monaten Gefängnis, die Frau zu vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Beide erhalten einen zehnjährigen Landesverweis, jeweils eine Geldbusse und müssen die Gerichtskosten zahlen. Für die Frau sind das knapp 27'000 Franken, für den Mann 26'000 Franken. Beide sitzen bereits in Haft. Gegen das Urteil wurde Berufung angemeldet. 

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