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BASLER BESUCH: «Luzern schlagen wir lieber im Fussball»

Der höchste Basler Fasnächtler hat den Luzerner Fritschi-Umzug bewertet. Wie ist er mit diesem gewaltigen Druck fertig geworden?
Interview Jérôme Martinu
Christoph Bürgin, Obmann des Fasnachts-Comités Basel. (Bild: PD)

Christoph Bürgin, Obmann des Fasnachts-Comités Basel. (Bild: PD)

Der Mann hat Rückgrat. Wagte sich doch gestern Christoph Bürgin (59), seines Zeichens Gerichtspräsident Basel-Stadt und vor allem: Obmann des Fasnachts-Comités Basel, in die Höhle der Luzerner Löwen. Bürgin nahm Einsitz in der Chatzestrecker-Jury und durfte die 39 Nummern des Luzerner Umzugs bewerten. Vor dem Start musste er sich indes noch ein paar Handschuhe kaufen (und ein Schenkeli), «die Temperaturen habe ich unterschätzt».

Christoph Bürgin, als oberster Basler Fasnächtler bewerteten Sie den Fritschi-Umzug. Wie sind Sie mit diesem gewaltigen Druck umgegangen?

Christoph Bürgin: Zwei Nächte lang habe ich nicht gut geschlafen deswegen. Voll im Luzerner Rampenlicht eine Herausforderung. Zum Glück wird die Benotung der Jury-Mitglieder nicht öffentlich aufgelegt (schmunzelt). Mein grosser Vorteil: Ich bin völlig unbefangen, kenne keine einzige Gruppe.

Wie gut kennen Sie eigentlich die Lozärner Fasnacht?

Bürgin: Ich war einmal vor ein paar Jahren hier mit dem Comité. Und wir sind von den vier tragenden Zünften und Gesellschaften einmal einen sehr interessanten Tag lang durch die Zunftstuben geführt worden aber das war im Sommer.

Ein Test: Ihr Basler habt den Waggis, wir Luzerner haben ...

Bürgin: ... aber nicht etwa den Fritschivater? (lacht)

Einen halben Punkt können wir da geben. Es ist der Bruder Fritschi, der älteste Luzerner.

Bürgin: In Basel gibts übrigens nicht nur Waggise, sondern eine Vielzahl traditioneller Figuren. Siehe meine Wenigkeit. (Bürgin ist in einem Harlekin-Kostüm nach Luzern gekommen; d. Red.)

Ihr Basler esst Mehlsuppe, Käse- und Zwiebelwähen, trinkt dazu Weisswein. Haben Sie schon unser Holdrio oder Kafi Huerenaff probiert?

Bürgin: Holdrio, das ist etwas mit Holunder, oder?

Nein. Hagebuttentee mit Zwetschgenschnaps.

Bürgin: Ihr Luzerner mit euren Heissgetränken ... (lacht) Die Kafi kenne ich noch vom Militär her.

Luzerner sind gradlinig, darum führt unser Umzug auch von A nach B und nicht wie der Basler Cortege im Kreis. Was ist Ihnen sonst noch aufgefallen?

Bürgin: Es gibt keine Trommler und Piccolopfeifer. Nur eine einzige Tambouren­gruppe habe ich ausgemacht.

Was hat Ihnen besonders gefallen?

Bürgin: Ich habe sehr viele aufwendige Wagen gesehen, beeindruckend! Einige Nummern stechen stärker hervor als andere, das ist in Basel gleich. Was mir auch aufgefallen ist: Bei uns wird mehr interagiert. Die Akteure auf den Wagen und zu Fuss kommunizieren viel stärker mit dem Publikum.

Stichwort Vergleich: Warum ist die Basler Fasnacht besser als die Luzerner?

Bürgin: Sie ist nur anders. Anders ist nicht besser. Wichtig ist doch einfach, dass man Fasnacht macht.

Nun, uns Luzerner wurmt es schon ein bisschen, dass der Bundesrat die Basler Fasnacht mit dem Label «Unesco-Weltkulturerbe» schmücken will. Was bedeutet diese Marke für eure Fasnacht?

Bürgin: Definitiv ist es ja noch nicht. Aber es bedeutet für die Fasnacht eine positive Anerkennung von offizieller Seite. Die kantonale Politik musste sich zur Basler Fasnacht bekennen und sich beim Bund dafür einsetzen. Und was Luzern betrifft: Euch schlagen wir lieber im Fussball als an der Fasnacht.

Interview Jérôme Martinu

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