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BAU- UND ZONENORDNUNG: EWL-Areal: Investoren wollen in Luzern höher und dichter bauen

Weil Feuerwehr, EWL und Notfalldienst viele Erdgeschossflächen benötigen, beantragen die Verantwortlichen eine Änderung der Bau- und Zonenordnung. Das weckt Begehrlichkeiten bei einem weiteren Bauprojekt.
Auf dem EWL-Areal ist bis 2025 eine neue Überbauung geplant. Nur das Rote Haus (Bild) bleibt stehen. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 31. März 2015))

Auf dem EWL-Areal ist bis 2025 eine neue Überbauung geplant. Nur das Rote Haus (Bild) bleibt stehen. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 31. März 2015))

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Die Überbauung auf dem EWL-Areal zwischen Industriestrasse und Geissensteinring soll dichter und höher werden als ursprünglich geplant. Die Investoren, bestehend aus Energie Wasser Luzern (EWL), der Stadt Luzern und der Allgemeinen Baugenossenschaft (ABL) beantragen daher bei der städtischen Baudirektion eine Änderung der Bau- und Zonenordnung (BZO). Konkret soll 30 Meter hoch gebaut werden dürfen, aktuell ist das EWL-Gebäude 26 Meter hoch. Zudem soll die Überbauungsziffer von 0,4 auf maximal 0,65 ansteigen. Letzteres würde bedeuten, dass bis zu 65 statt 40 Prozent der Grundstückfläche bebaut werden dürfen.

«Wir haben mit sechs Entwicklerteams die erste Phase des Wettbewerbs durchgeführt. Dabei hat sich gezeigt, dass unsere Vorgaben mit geltender BZO nicht umsetzbar sind», sagt EWL-CEO Stephan Marty. «Es braucht mehr Parterre-Flächen. Dies, weil die künftigen Nutzer wie die Feuerwehr, der Rettungsdienst vom Luzerner Kantonsspital und auch wir mit Betriebsfahrzeugen und schwerem Material auf Räume im Erdgeschoss angewiesen sind.» Die Überbauung würde durch eine höhere Überbauungsziffer enger. «Im städtischen Gebiet macht das aber auch Sinn. Die Architekten haben diesbezüglich keine Bedenken geäussert», so Marty. Aus seiner Sicht ist der Antrag für eine BZO-Änderung legitim und hat gute Chancen. «Es handelt sich um Nutzungen, die einen öffentlichen Auftrag erfüllen.» Der städtische Mobilitäts- und Umweltdirektor Adrian Borgula (Grüne) begrüsst die beantragten Änderungen. «Trotz höherer Überbauungsziffer geniessen attraktive Aussenflächen und Zugänglichkeit für die ganze Bevölkerung eine hohe Priorität, diese wurden beim Wettbewerb entsprechend hoch gewichtet.»

Hat man das Fuder überladen?

Hat man mit den Plänen, neben der Feuerwehr auch den Notfalldienst in die Überbauung zu integrieren, das nicht Fuder überladen? Nicht unbedingt, findet Marty. «Die erste Phase des Wettbewerbs diente dazu, herauszufinden, was städtebaulich möglich ist.» Nun steht die zweite Phase der Studie an, an der noch drei Teams teilnehmen: ARG Halter & Eberli, Implenia und HRS Real Estate. Geklärt werden unter anderem die genauen Kosten, die auch Auswirkungen auf die Mietzinse haben. 2019 soll das Siegerprojekt der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Danach folgt die Erarbeitung des Gestaltungsplans, die bereits auf Basis der höheren Überbauungsziffer erfolgt, auch wenn die BZO-Änderungen dann noch nicht in Kraft sein werden.

Das Ziel der Investoren ist, dass die beantragte BZO-Änderung im Rahmen der bereits geplanten Teilrevision der BZO behandelt wird. Die Teilrevision, die unter anderem auch die Änderung für die Ausstockung der Luzerner Kantonalbank enthält, ist zwar schon weit fortgeschritten. Gemäss Adrian Borgula können die Änderungen dennoch berücksichtigt werden. «Das Paket war zwar bereits beim Kanton ein erstes Mal zur Vorprüfung, es waren aber noch Zusatzabklärungen nötig, darum ist das noch möglich.» Die Teilrevision geht nun nochmals zur Vorprüfung an den Kanton, danach folgt die öffentliche Auflage. Voraussichtlich Ende 2019 entscheidet der Grosse Stadtrat darüber. Die Vorlage unterliegt dem fakultativen Referendum und muss schlussendlich vom Regierungsrat noch genehmigt werden. Die Teilrevision dürfte daher 2020 in Kraft treten.

Baustart soll 2021 erfolgen

Der Baustart auf dem EWL-Areal ist 2021 vorgesehen, der Bezug in Etappen bis 2025. Geplant sind 55'000 Quadratmeter Nutzfläche (ober- und unterirdisch) und 14’4000 Quadratmeter Nettowohnflächen. Das Investitionsvolumen beträgt schätzungsweise 250 Millionen Franken. Zur Finanzierung wollen Stadt, EWL und ABL eine Aktiengesellschaft gründen, an der die drei Partner zu gleichen Teilen beteiligt sind.

Die ABL ist beim Projekt an Bord, weil der Grosse Stadtrat die Vorgabe gemacht hat, dass ein substanzieller Anteil der Wohnungen auf dem Areal gemeinnützig sein soll. «Geplant sind rund 80 Pflegewohnungen der Viva Luzern und etwa 100 weitere Wohnungen», sagt ABL-Geschäftsleiter Martin Buob.

Auch Kooperation Industriestrasse erwägt dichtere Bauweise

Die Genossenschaft ist übrigens auch beim Bauprojekt auf der gegenüberliegenden Strassenseite der Kooperation Industriestrasse beteiligt. Haben die geplanten Änderungen auf dem EWL-Areal Auswirkungen auf die benachbarte Überbauung? «Eine Erhöhung der Überbauungsziffer könnte auch in unserem Interesse sein. Dies mit der Begründung, dass die beiden Bauprojekte aufeinander abgestimmt werden», sagt Cla Büchi, Projektleiter der Kooperation. «Das Resultat aus dem Projektwettbewerb, das im Mai vorliegt, wird das zeigen.» Mit der Stadt sei vereinbart, dass eine allfällige Erhöhung auch noch in die BZO-Teilrevision miteinfliessen würde. Eine Bauhöhe von 30 Meter strebe man dagegen aus Rücksicht auf die angrenzende Nachbarschaft nicht an.

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