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«Bauchweh kann ein Hinweis auf einen Herzinfarkt sein»: Luzerner Ärzteschaft ruft Bevölkerung auf, trotz Corona rechtzeitig zum Arzt zu gehen

Wegen der Corona-Pandemie gehen viele nicht mehr zum Arzt. Dies ist falsch, heisst es von der Luzerner Ärzteschaft. Denn: Ein Verzicht auf medizinische Behandlung kann gefährlich sein.

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(stp) In einer Videobotschaft teilt die Luzerner Ärzteschaft der Bevölkerung mit, trotz Corona-Pandemie dringliche medizinische Leistungen rechtzeitig in Anspruch zu nehmen. «Als Vertreter der Luzerner Ärzteschaft ist es mir ein grosses Anliegen, Ihnen zu sagen: Gehen Sie wieder zum Hausarzt oder zu Ihrem behandelnden Spezialisten, wenn Sie Beschwerden haben», sagt Dr. med. Daniel Stäuble, Co-Präsident der Luzerner Ärzteschaft, im Video.

Prof. Dr. Christoph Henzen, Leiter Sonderstab Pandemie des Luzerner Kantonsspitals (Luks) und Departementsleiter Medizin, bestätigt zudem, dass viele Personen zu lange warten, um sich medizinisch helfen zu lassen. Er sagt: «Wir haben in den letzten zwei bis drei Wochen festgestellt, dass viele Menschen mit Erkrankungen wie COPD*, Herzerkrankungen, Diabetes oder Tumorkrankheiten zu lange warten und Angst haben, ins Spital zu kommen.» Henzen führt aus:

«Diese Menschen kommen jetzt zum Teil mit einem ganz schlimmen Krankheitsbild zu uns und müssen häufig reanimiert und auf die Intensivstation verlegt werden.»

In der Mitteilung informiert die Luzerner Staatskanzlei gleichzeitig, dass die Arztpraxen und Spitäler alle erforderlichen Massnahmen getroffen hätten, um das Risiko einer Ansteckung mit dem Covid-19-Erreger so gering wie möglich zu halten. Auch hätten die Hausärzte und Spitäler weiterhin die Kapazität, sich auch um Patientinnen und Patienten zu kümmern, die nicht mit Corona infiziert seien.

Weiter heisst es in der Mitteilung, dass bereits der Bund an die Bevölkerung appellierte, weiterhin ärztliche Behandlung in Anspruch zu nehmen. So folgt der Kanton Luzern den behördlichen Empfehlungen.

COPD ist eine Lungenkrankheit, an welcher in der Schweiz gemäss der Organisation Lunge Zürich rund 400'000 Menschen leiden. COPD ist chronisch, nicht heilbar und wird vor allem durch das Rauchen verursacht. Umgangssprachlich wird die Krankheit daher häufig als «Raucherlunge» bezeichnet. Erste Anzeichen von COPD sind gemäss Lunge Zürich Auswurf, Husten und Atemnot.

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