Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Baudirektor Robert Küng: «Variante ohne Spange ist kein Geschenk an den Stadtrat»

Der Luzerner Baudirektor Robert Küng (FDP) spricht mit unserer Zeitung über die einzelnen Varianten der Spange Nord.
Alexander von Däniken
(Bild: Pius Amrein, 8. Januar 2018)

(Bild: Pius Amrein, 8. Januar 2018)

Robert Küng, viele Varianten der Spange Nord haben längere Tunnel. Da werden die ursprünglich veranschlagten 200 Millionen Franken doch nie reichen?

Es gibt auch Varianten, etwa nur den Anschluss Lochhof ohne Spange, die günstiger wären. Aber natürlich steigt der Preis mit jedem Tunnelmeter.

Fakt ist auch, dass längere Tunnel die betroffenen Quartiere stärker entlasten als offene Strassen.

Das stimmt sicher bei der Lärmbelastung. Andererseits ist es dann viel schwieriger, die Quartiere an die neue Strasse anzuschliessen – und ein Tunnelportal wäre ein massiver Eingriff.

Vertieft geprüft wird auch die Variante ohne Spange, dafür mit ÖV-Massnahmen. Ist das ein Geschenk an den Luzerner Stadtrat?

Wir haben den Auftrag gefasst, Varianten für die Spange zu prüfen – aber auch, ob der Bypass auch ohne Spange funktionieren würde. Das wird sich zeigen. Es handelt sich nicht um ein Geschenk, sondern um die Ausführung eines Auftrags.

Angenommen, es kommt zu einer Volksabstimmung. Wie erklären Sie die Kosten den Steuerzahlern?

Die eigentliche Spange Nord wird mit Einnahmen aus der Mineralölsteuer, der LSVA und der Motorfahrzeugsteuer bezahlt. Die ordentlichen Steuern werden hier also gar nicht angetastet.

Und warum sollen die Bürger auf der Landschaft Ja zu einem Autobahnzubringer in der Stadt sagen?

Die Solidarität zwischen den Bewohnern in der Stadt und Agglomeration und jenen auf der Landschaft ist bei Verkehrsprojekten sehr gross. Das haben Projekte in der Vergangenheit gezeigt, die jeweils überwiegend für die Stadt oder die Landschaft von Nutzen waren – und trotzdem zustande gekommen sind. Zum Beispiel der neu gestaltete Seetalplatz.

Was würde passieren, wenn die Bevölkerung Nein zum Autobahnzubringer sagt?

Erst geht es darum, die Bestvariante zu bestimmen und diese zu planen. Dann erfolgt die Ausarbeitung einer Botschaft an den Kantonsrat, bevor es zu einer Volksabstimmung kommt. Ein allfälliges Volks-Nein würde aber gravierende Nachteile mit sich bringen. Der Bund will den Bypass im Jahr 2036 eröffnen, nach rund zwölf Jahren Bauzeit. Hat der Kanton bis dahin keine Anschlusslösung, wird die neue Stadtautobahn kaum genutzt – und der Verkehr rollt weiterhin durch die Quartiere. Fakt ist, dass es immer mehr Fahrzeuge im Kanton gibt. Diese müssen kanalisiert werden – auch damit der öffentliche Verkehr möglichst freie Fahrt haben kann. Der Kanton Luzern kommt um eine Anschlusslösung nicht herum.

Zumindest die bisherige Variante tangiert Landeigentümer. Hier gab es bereits heftige Kritik, vor allem zur Kommunikation des Kantons.

Es kann sein, dass die Kommunikation mit den Landeigentümern etwas unsensibel war. Allerdings ist der Zeitpunkt, wann ein Projekt vorgestellt wird, sehr schwierig zu treffen. Es braucht eine gewisse Faktenlage, um damit an die Öffentlichkeit zu gelangen oder auf Interessengruppen zuzugehen.

Im Sommer treten Sie als Regierungsrat ab. Das Dossier «Spange Nord» müssen Sie weitergeben. Ärgert Sie das?

Es gibt als Regierungsrat immer Kinder, die man weitergeben muss. Sie sind noch nicht erwachsen, aber sie sind auf einem guten Weg. Das gehört zu unserem System, ich habe damit kein Problem.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.