BAUERNAUFSTAND: Bauern protestieren lautstark in Sempach

Der Milchpreis ist im Keller und die Existenz zahlreicher Milchbauern gefährdet. Am nationalen Bauernaufstand in Sempach wehren sich die Bauern lautstark.

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Bauernaufstand in Sempach gegen tiefe Milchpreise. Bild EQ

Bauernaufstand in Sempach gegen tiefe Milchpreise. Bild EQ

In Sempach haben sich gemäss verschiedenen Medienberichten mehrere tausend Bauern und Milchproduzenten zum nationalen «Bauernaufstand» getroffen. Sie sind aus der ganzen Schweiz, teils mit Autobussen angereist. Bei der Schlachtkapelle fordern die Teilnehmer und Referenten einstimmig eine faire Milchpreispolitik. Sie wollen den Abbruch der Verhandlungen mit der EU über ein Agrarfreihandelsabkommen und eine verbindliche Mengensteuerung, damit die Bauern wieder mehr Geld für ihre Milch erhalten. Die Aufhebung der Milchkontingentierung habe gezeigt, dass der Markt versage, sagte Peter Gfeller, Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP), in seiner Rede.

Eine weitere Redner betonte, dass den Bauern ein Insturment fehle, die Milchproduktion dem tatsächlichen Absatz anzupassen. Mit einem Milchpreis von 60 Rappen könne kein einziger Bauer seine Kosten decken.

Im Anschluss an die Kundgebung wollen die Teilnehmer eine Resolution verabschieden, mit welcher sie vom Bundesrat eine Verbesserung der Situation verlangt wird.

Brunner beschuldigt Leuthard
Bundesrätin Doris Leuthard sei es, die eine penetrante Billigpreisstrategie verfolge, sagte SVP-Präsident Toni Brunner. Sie führe eine verantwortungslose Politik gegenüber den Bauern aber auch gegenüber der gesamten Bevölkerung.

Organisiert wurde die Bauerndemonstration mehreren Bauerndelegationen und der SVP Schweiz. Die Veranstalter schätzten, dass sich in Sempach gegen 10'000 Bauern versammelten.

ig