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Im Würzenbach-Quartier entsteht eine autoarme Siedlung mit 88 Wohnungen

Die Wohnbaugenossenschaft Luzern hat von der Stadt den Zuschlag zur Überbauung des Hochhüsli-Areals erhalten. Läuft alles nach Plan, werden im Jahr 2024 die ersten Mieter einziehen.
Sandra Monika Ziegler
Die Hochhüsliweid mit Holzhütten und Spielplatz beim Würzenbachquartier Luzern. Sie bleiben erhalten. (Bild: Philipp Schmidli, 22. November 2017).

Die Hochhüsliweid mit Holzhütten und Spielplatz beim Würzenbachquartier Luzern. Sie bleiben erhalten. (Bild: Philipp Schmidli, 22. November 2017).

Auf einer Fläche von rund 10'454 Quadratmetern wird im Würzenbach-Quartier eine Siedlung mit gemeinnützigem Wohnungsbau entstehen. Das Land gehört der Stadt Luzern, sie wird es im Baurecht abgeben. Der Zins wird 271 840 Franken betragen.

Für die Parzelle haben sich zwei Interessenten beworben. Die Wohnbaugenossenschaft Luzern und die aus dem Kanton Aargau stammende Logis Suisse AG. Den Zuschlag bekam nun die Wohnbaugenossenschaft Luzern (SBL). Sie ist im Hochhüsliweid-Gebiet bereits aktiv und unterhält dort 48 Wohnungen.

Kenntnis des Quartiers gab den Ausschlag

Die Quartierkenntnis war eines der Kriterien, die zum Zuschlag führten, wie die Luzerner Stadträtin und Baudirektorin Manuela Jost (GLP) an der gestrigen Medienorientierung ausführte. «Das Angebot der SBL hat den Stadtrat überzeugt und zeigt, wie intensiv sie sich mit dem Quartier auseinandergesetzt hat, und garantiert eine qualitätsvolle Quartierentwicklung.» Trotzdem war sie erfreut darüber, dass sich mit der Logis Suisse auch eine auswärtige Baugenossenschaft an der Ausschreibung beteiligt hat.

An dieser war von den fünf grossen städtischen Baugenossenschaften nur die SBL dabei. Was wohl an deren intensiver Vorarbeit lag. Ein Umstand, der gemäss Jost auch den anderen Genossenschaften nicht verborgen blieb. So hatte die SBL zusammen mit der Erbengemeinschaft Brunner und der Stadt Luzern bereits vor Jahren einen Masterplan über das Gebiet erstellen lassen. Dieser kostete 300 000 Franken, wie SBL-Präsident Markus Mächler sagte. Davon bezahlte die SBL rund 200 000 Franken. Die Wohnbaugenossenschaft war also bestens vertraut mit dem Machbaren auf der Parzelle.

Ein weiterer Pluspunkt war die bereits bestehende Finanzierungsgarantie durch die Luzerner Kantonalbank über 45 Millionen Franken. Und auch die Genossenschaft stimmte dem Rahmenkredit «bedingt bewilligt» zu. Markus Mächler ist sehr zufrieden über den Zuschlag: «Es war ein langer Weg, den wir aber konsequent verfolgten. Die Arbeit hat sich gelohnt.» Der Zuschlag vermochte zudem die Absage und die damit verbundene Enttäuschung bezüglich der Parzelle im Eichwald ein wenig schmälern. Diese ging an die Wohngenossenschaft Geissenstein EBG (Ausgabe vom 26. Mai).

Jokerzimmer und Clusterwohnung

Für die Abgabe städtischer Grundstücke an Genossenschaften wie das beim Hochhüsliweid-Areal der Fall ist, müssen diverse Kriterien erfüllt werden. Diese sind einheitlich geregelt und unter dem Namen Luzerner Modell zusammengefasst. Dazu gehören bei der Hochhüsliweid unter anderem Belegungsvorschriften für die künftigen Mieter auszuarbeiten, den Fortbestand des Quartiertreffs in und um die Hütte zu garantieren und auch den Spielplatz zu erhalten. Dazu ist die SBL auf Vertreter des Quartiertreffs zugegangen. Gemeinsam wurde ein «freundschaftlich-nachbarschaftliches» Gesamtkonzept erarbeitet. Geplant sind insgesamt 88 Wohnungen für Mieter mit unterschiedlichsten Bedürfnissen. So gibt es welche für Singles und Familien, aber auch Clusterwohnungen und Jokerzimmer.» Bei einer Clusterwohnung hat jeder Bewohner sein eigenes Zimmer, aber die Küche gehört allen. Und das Jokerzimmer kann für einen bestimmten Zeitraum zur Wohnung dazu gemietet werden. Das Jokerzimmer, so Mächler, entspreche einem Bedürfnis: «Nach dem Auszug der Kinder ist die Wohnung zu gross. Doch die Eltern wollen nicht in eine kleinere Wohnung, weil sie dann kein Gästezimmer mehr haben. Mit dem Jokerzimmer haben sie eines.»

Die Wohnbaugenossenschaft will überdies auch ein autoarmes Quartier. Geplant sind deshalb lediglich 73 Parkplätze in der Einstellhalle, dafür aber 300 gedeckte Veloabstellplätze im Erdgeschoss. Konkretes Bauprojekt gibt es noch nicht Der politische Auftrag ist klar. Im Jahr 2012 haben die Luzerner Stimmberechtigten zugestimmt, dass die Stadt Luzern bis in 25 Jahren einen Anteil an gemeinnützigen Wohnungen von 16 Prozent aufweist. Dazu trägt dereinst auch das Bauvorhaben auf dem Hochhüsliweid-Areal bei. Bis es aber soweit ist, muss als Erstes das Parlament im kommenden Januar den Baurechtsvertrag bewilligen. Nach Ablauf der Frist für ein fakultatives Referendum könnte im Juni 2019 der Architektur-Wettbewerb ausgeschrieben werden. Mit dem Baustart rechnet die SBL im Frühjahr 2022, mit dem Einzug zwei Jahre später.

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