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BAUPLÄNE: Hier wächst Emmen weiter

Im Meierhof will die Gemeinde ein eigenes Stück Land überbauen lassen. Allerdings nicht bevor strenge Regeln in Sachen Verkehr definiert sind.
Robert Knobel
Die Wiese im Meierhof. Das bestehende Gewerbegebiet (hinten) soll erweitert werden. (Bild Nadia Schärli)

Die Wiese im Meierhof. Das bestehende Gewerbegebiet (hinten) soll erweitert werden. (Bild Nadia Schärli)

Robert Knobel

In Emmen darf kein gemeindeeigenes Land mehr verkauft werden. Das haben die Stimmberechtigten mit der Annahme der «Boden-Initiative» vergangenen Februar beschlossen. Im Vorfeld der Abstimmung war immer wieder darauf hingewiesen worden, dass die Gemeinde Emmen ohnehin praktisch keine lukrativen Grundstücke mehr besitzt.

Mit einer Ausnahme: Im Gebiet Meierhof liegt ein Areal an bester Lage brach. Neben dem Sitz der Firma Also sowie dem Möbelhaus Lipo wartet ein 35 000 Quadratmeter grosses Stück Bauland auf Überbauung. Etwa die Hälfte davon gehört der Gemeinde Emmen. Mit einem Buchwert von 3,3 Millionen Franken ist es die wertvollste Parzelle im Portfolio der Gemeinde.

Warten auf die Umfahrung

Bisher blieb die Parzelle unüberbaut, weil man zuerst eine allfällige Umfahrungsstrasse Emmen Dorf abwarten wollte. Denn einerseits könnte das Areal Meierhof durch die Linienführung der neuen Strasse betroffen sein, andererseits wollte man die stark befahrene Seetalstrasse nicht zusätzlich belasten. Wann eine solche Umfahrung realisiert wird, steht aber noch in den Sternen.

Der Gemeinderat Emmen will deshalb die Entwicklung des Meierhofs unabhängig davon vorantreiben. Dazu soll der bestehende Bebauungsplan aus dem Jahr 2000 angepasst werden. Die wichtigste Änderung betrifft das Verkehrsaufkommen. Da man nicht auf die entlastende Wirkung einer künftigen Umfahrungsstrasse warten will, muss der Zusatzverkehr möglichst in Grenzen gehalten werden. Das ganze Areal Meierhof – inklusive der bereits bestehenden Gewerbebetriebe – soll pro Jahr nicht mehr als 930 000 Fahrten generieren. Das entspricht etwa 3500 Fahrten pro Werktag. Zur abendlichen Spitzenstunde sollen maximal 350 Fahrzeuge aus dem Meierhof fahren. Dieser Mehrverkehr kann auf der Seetalstrasse verkraftet werden. Mehr liegt gemäss Vorprüfungsbericht aber nicht drin.

193 neue Parkplätze

Damit diese Fahrtenlimite nicht überschritten wird, soll auch die Zahl der neuen Parkplätze bei den Neubauten auf 193 beschränkt werden. Die Einhaltung des Fahrtenmaximums soll jährlich überprüft werden. Bei Überschreitungen müsste etwa eine Reduktion der Parkplätze ins Auge gefasst werden. Bei der Ausfahrt aus dem Areal Meierhof in die Seetalstrasse soll eine Ampel installiert werden. Diese dient einerseits der Verkehrsdosierung und liefert gleichzeitig Informationen über die Zahl der täglichen Fahrten.

Mit der Verkehrsobergrenze im Meierhof wird der beim Seetalplatz eingeschlagene Weg fortgeführt. Auch für die geplante Überbauung des Seetalplatzes sollen strenge Regeln bezüglich Verkehrsaufkommen gelten. Die 26 000 Quadratmeter grosse Überbauung – mehrheitlich Wohnungen und Büros – darf pro Tag maximal 7400 Fahrten generieren. Der entsprechende Bebauungsplan wurde kürzlich vom Einwohnerrat Emmen genehmigt (Ausgabe vom 6. Juli). Ähnliche Regelungen gibt es auch im Gebiet Luzern Süd (Kriens/Horw). Auch dort soll eine Obergrenze definiert werden.

Keine Fachmärkte erlaubt

Wann die freien Flächen im Meierhof tatsächlich überbaut werden, ist offen. Gemäss Zonenplan sind vor allem gewerbliche Nutzungen vorgesehen. Verkehrsintensive Fach- und Supermärkte gehören aber nicht dazu. Ein offener Punkt ist zudem die Lärmbelastung. Mit dem vorgesehenen Mehrverkehr werden die Planungsgrenzwerte für Lärm teilweise überschritten. Bei den Planungswerten handelt es sich nicht um offizielle Lärmgrenzwerte, sondern um solche, die für das betreffende Gebiet individuell festgelegt wurden. In seiner Stellungnahme kritisiert der Kanton zwar die Nichteinhaltung des Grenzwertes, angesichts der zentralen Bedeutung des Gebiets könne dies aber in Kauf genommen werden.

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