BAUPROJEKT: Neubau Kantonsspital Wolhusen: Weniger Betten, Einzelzimmer für alle

Einzelzimmer auch für Grundversicherte und weniger Betten: Mit dem Neubau in Wolhusen will das Luzerner Kantonsspital den Grundsatz «ambulant vor stationär» konsequenter umsetzen.

Alexander von Däniken
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Im neuen Spital Wolhusen wird die Zahl der Betten deutlich reduziert. (Symbolbild: Urs Bucher)

Im neuen Spital Wolhusen wird die Zahl der Betten deutlich reduziert. (Symbolbild: Urs Bucher)

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@ luzernerzeitung.ch

2,1 Milliarden Franken – so viel Geld will das Luzerner Kantonsspital bis ins Jahr 2032 investieren. Wo und wann, das erklärten Spitaldirektor Benno Fuchs, Spitalratspräsident Beat Villiger und Spitalrats-Vizepräsident Peter Schilliger am Mittwoch an einer Medienkonferenz im Luzerner Zentrumsspital. Ein Projekt: der 110 Millionen Franken teure Neubau des Spitals in Wolhusen, das 2022 in Betrieb gehen soll, wie Villiger ankündigte. Der Termin war bekannt. Neu ist jedoch nicht mehr von 110 Betten die Rede, sondern von 56 Einzelbettzimmern und 20 Reha-Betten.

Dadurch kommen neu auch Patienten ohne Zusatzversicherung in den Genuss eines Einbettzimmers. Villiger relativierte allerdings, dass es sich um einfache Zimmer ohne Luxus handle. Halbprivat und privat Versicherte hätten weiterhin Privilegien wie ein etwas grösseres Zimmer, direkten Kontakt zu einem Kaderarzt oder eine gehobenere Hotellerie. Zudem werde ein Teil der regulären Zimmer so vorbereitet, dass sie im Bedarfsfall mit einem zusätzlichen Bett ausgerüstet werden können. «Das jetzige Spital ist heute gut ausgelastet», so Villiger. Durch eine straffere Organisation und eine konsequentere Umsetzung des Grundsatzes «ambulant vor stationär» werde es allerdings künftig möglich, mehr Patienten pro Bett zu betreuen. Das ist ganz im Sinn von Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP). Der Regierungsrat kündigte erst kürzlich an, dass die Spitäler ab Juli 2017 bestimmte Eingriffe ohne Übernachtung der Patienten vornehmen müssen. Dies, weil er kritisierte, dass Spitäler vor allem Zusatzversicherte länger bei sich behalten als nötig (Ausgabe vom letzten Freitag).

Neue Reha-Abteilung für Bewegungsapparat

Für das Spital Wolhusen bedeutet die Umsetzung des Grundsatzes vor allem mehr Effizienz. So sind die Betten der chirurgischen Tagesklinik heute zum Beispiel über das ganze Gebäude verteilt, im Neubau sollen sie in einer Abteilung untergebracht werden. Weitere medizinische Angebote sind eine 24-Stunden-Notfallversorgung, ein OP-Bereich mit drei Operationssälen, die bei Bedarf um einen vierten Saal ergänzt werden können, eine medizinische und onkologische Tagesklinik, eine Intensivpflegestation mit sechs Betten, eine radiologische Diagnostik mit Röntgen, CT und MR und Labor, ein Ambulatorium mit Platz für rund 10 Spezialärzte, und 20 Reha-Betten, die ebenfalls bei Bedarf erweitert werden können.

Reha-Betten darum, weil das Spital Wolhusen sich neu auch der Rehabilitation nach Gelenksersatzoperationen oder Knochenbrüchen widmen will. Der dafür notwendige Leistungsauftrag durch den Luzerner Regierungsrat besteht bereits.

Der Spitalneubau soll etwa 120 Meter lang und 55 Meter breit werden und nördlich des bestehenden Gebäudes entstehen; dort, wo derzeit die Parkplätze sind. Vom jetzigen Gebäude bleiben die drei Untergeschosse bestehen. Sie werden später für Technik und Lagerung benötigt. Eine unterirdische Passage zwischen den Gebäuden wird den Umzug erleichtern und künftig einen direkten Zugang zu den Technik- und Lagerräumen gewährleisten. Demnächst starten die Spitalverantwortlichen mit dem Auswahlverfahren für das Vorprojekt. Der Spatenstich ist auf Anfang 2020 geplant. Zu den 110 Millionen Franken kommen noch etwa 15 Millionen für den Rückbau und die neue Parkierung, wie Beat Villiger auf Nachfrage erklärte.

Spitalratsvizepräsident und FDP-Nationalrat Peter Schilliger ergänzte: «Das Kostendach zwingt uns zu einer effizienten Umsetzung.» Betriebswirtschaftlich soll auch der Betrieb des Wolhuser Spitals funktionieren.

Hinweis

Am Donnerstag, 2. Februar, um 19 Uhr, informiert das Luzerner Kantonsspital die interessierte Bevölkerung im Restaurant Rössli in Wolhusen über den Neubau.