Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

BAUPROJEKT: Opacc zieht von Kriens nach Rothenburg

Nach jahrelanger Planung liegt der Bebauungsplan für das Gebiet östlich des Bahnhofs Rothenburg auf und kommt nächstes Jahr an die Urne. Klar ist bereits: Der Software-Entwickler Opacc baut dort seinen neuen Firmensitz.
Beatrice Vogel

Der Krienser Software-Entwickler Opacc will expandieren. Im Gewerbegebiet zwischen Bahnhof Rothenburg und Autobahn (siehe Grafik) hat er deshalb das mittlere von drei Grundstücken gekauft. «Wir werden unseren Hauptsitz nach Rothenburg verlegen und die Räumlichkeiten in Kriens aufgeben», sagt Opacc-CEO Beat Bussmann gegenüber unserer Zeitung. Da der Standort Kriens aus allen Nähten platzt, will Opacc so bald wie möglich bauen. «In zwei Jahren wollen wir einziehen», erklärt Bussmann.

Vor kurzem hat Opacc die Baubewilligung erhalten. In wenigen Monaten ist der Baustart. Zunächst wird nur ein Teil des Grundstücks überbaut. Das vierstöckige Gebäude der ersten Etappe ermöglicht es der Firma, die heute rund 100 Mitarbeiter zählt, stark auszubauen: So soll Platz für 200 Mitarbeiter entstehen. In zwei weiteren Etappen könnte das Gebäude später um insgesamt 400 zusätzliche Arbeitsplätze erweitert werden. «Diese Ausbaumöglichkeit zu haben, ist uns sehr wichtig», so Bussmann. Schliesslich habe man zehn Jahre nach einem geeigneten Standort gesucht.

«Areal ist schwierig zu bebauen»

Dass auf dem Areal neben dem Bahnhof schon nächstes Jahr Bauarbeiten beginnen, ist nicht selbstverständlich. Denn für das Areal wird ein Bebauungsplan ausgearbeitet. Aus diesem Grund musste Opacc ein Baugesuch einreichen, das sowohl bebauungsplankonform ist als auch der heutigen Zonenordnung entspricht.

Heute ist das Areal bis auf einige wenige Gewerbebaracken eine Brache. Mitten im Gewerbegebiet liegt es, verkehrstechnisch bestens erschlossen und nach wie vor unbebaut, «was nicht verwunderlich ist, denn das Areal ist schwierig zu bebauen», sagt der Rothenburger Gemeinderat Arthur Sigg (CVP), zuständig für das Ressort öffentliche Infrastruktur. Da sind Bahnlinie und Autobahn, die das Grundstück flankieren. In unmittelbarer Nähe verläuft zudem eine Gasleitung im Boden. Aus diesen Gründen muss eine Überbauung besondere Auflagen erfüllen. Dann fliesst noch der Butzibach durch das Gebiet, wodurch zusätzliche Auflagen im Bereich Umweltschutz und Gewässerraum erfüllt werden müssen. Ebenfalls zu berücksichtigen ist der Verkehr rund um den Autobahnanschluss, der sich bereits heute regelmässig staut.

Dennoch: «Eine Bebauung des Gebiets soll möglich sein», sagt Sigg. Deshalb hat die Gemeinde in Zusammenarbeit mit den drei Grundeigentümern den erwähnten Bebauungsplan ausgearbeitet, der bis am 13. Dezember aufliegt. Sofern keine wesentlichen Einsprachen eingehen, soll dieser Mitte nächsten Jahres an die Urne gelangen. Sigg ist zuversichtlich, dass die Rothenburger diesen genehmigen: «Der Bebauungsplan ist ein gutes Instrument, um die Entwicklung des Areals zu lenken und Planungssicherheit zu geben.»

Dass für das Gebiet Rothenburg Station ein Bebauungsplan ausgearbeitet wird, ist nichts Neues. Es ist sogar ein alter Zopf: 2012 erliess der Gemeinderat eine Planungszone für das Gebiet – auch weil dort ein Bauboom erwartet wurde wegen des 2011 eröffneten Autobahnanschlusses. Im Herbst 2014 wurde der Bebauungsplan dem Kanton zur Vorprüfung eingereicht. Drei Gebäudekomplexe mit Innenhöfen sowie ein 54-Meter-Hochhaus sollen direkt am Bahnhof entstehen. Damals gehörte auch ein Areal westlich des Bahnhofs zum Bebauungsplan. Dessen Ausarbeitung wurde aber sistiert. Der Grund: «Zuerst müssen die Massnahmen an der Hasenmoosstrasse als Folge von Bahnhofentwicklung und Bushub definiert werden», so Sigg.

Verzögerung wegen Verkehr

Die Entwicklung der Areale wurde also zweigeteilt. Dennoch ging es beim Areal östlich des Bahnhofs nur langsam vorwärts. Dies, obwohl einst angekündigt worden war, der Bebauungsplan könne an der Gemeindeversammlung vom November 2015 vorgelegt werden. «Wir wollten eigentlich schneller vorwärtsmachen», räumt Arthur Sigg ein. Die eineinhalb Jahre Verzögerung seien wegen der verkehrlichen Beurteilung entstanden. Ein vom Kanton erstellter verkehrstechnischer Bericht forderte im April 2015 eine zusätzliche Reduktion der Parkplatzzahlen und die Dosierung der Ausfahrten im Entwicklungsgebiet, was zu Verzögerungen bei der definitiven Bestimmung im Bebauungsplan führte. Weil klar wurde, dass das Verkehrsaufkommen um den Autobahnanschluss zur Stosszeit schon heute an seine Grenzen stösst, war auch das Bundesamt für Strassen (Astra) involviert.

Man habe «kein zweites Buchrain» erleben wollen, wie es Arthur Sigg ausdrückt. «Natürlich ist es in unserem Interesse, dass der Verkehr reibungslos fliesst. Deshalb haben wir uns mit allen Beteiligten geeinigt», so Sigg. Konkret bedeutet das: Die Zahl der Parkplätze wurde auf maximal 1189 beschränkt. Dies bei einem geschätzten Total von 2400 Arbeitsplätzen. Auch die Wegfahrten während der Abendspitzenstunden werden begrenzt.

Die Verzögerungen seien nach der langen Standortsuche ärgerlich gewesen, erzählt Opacc-CEO Beat Bussmann. «Als Unternehmer und Grundbesitzer findet man heute schnell zehn Stellen, die einem das Leben schwer machen, aber keine, die einen unterstützt.» Jetzt sei es aber in Ordnung für die Opacc. Arthur Sigg freut sich über den baldigen Baustart. «Das hat Signalwirkung», ist er überzeugt.

Was die anderen beiden Grundstücke betrifft, ist die Planung wesentlich weniger weit. Jenes direkt beim Bahnhof gehört der Buchecker AG, das Kaufrecht hat aber die Mobimo AG erworben. Dieses wird ausgeübt, sobald der Bebauungsplan rechtskräftig ist. Ob Mobimo das Hochhaus und die daran anschliessenden Gewerbebauten selbst entwickelt oder das Projekt an Dritte übergibt, ist gemäss Sprecherin Marion Schihin noch offen.

Kanton will sein Land verkaufen

Der Kanton Luzern, der das dritte Grundstück besitzt, hat unter Vorbehalt der laufenden Revision der Immobilienstrategie keine Eigeninteressen an diesem Grundstück, sagt Kantonsbaumeister Hans-Urs Baumann auf Anfrage. «Das Grundstück wird höchstwahrscheinlich nach Vorliegen des rechtsgültigen Bebauungsplans verkauft.» Die Nachfrage von Interessenten sei vorhanden, Verkaufsverhandlungen werden aber frühestens Mitte 2017 aufgenommen.

Beatrice Vogel

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.