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BAUPROJEKT: ZHB Luzern: Jetzt müssen die Bücher raus

Nach etlichen Verzögerungen kann die Sanierung der Bibliothek im Dezember endlich losgehen. Die Vorbereitungen für den Umzug sind bereits in vollem Gang. Heute öffnet die Bibliothek zum letzten Mal.
Gabriela Jordan
Die Zentral- und Hochschulbibliothek bereitet sich auf die Sanierung und den damit verbundenen Umzug vor. Auf dem Bilde zu sehen ist der Bibliothekseingang. (Bild: Nadia Schärli (Luzerm, 16. November 2017))

Die Zentral- und Hochschulbibliothek bereitet sich auf die Sanierung und den damit verbundenen Umzug vor. Auf dem Bilde zu sehen ist der Bibliothekseingang. (Bild: Nadia Schärli (Luzerm, 16. November 2017))

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Die Mitarbeiter der Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) an der Sempacherstrasse 10 können es offenbar selbst noch kaum glauben, dass die lang ersehnte und vielfach verzögerte Sanierung der Bibliothek nun endlich beginnt. «Jetzt geht’s los. Kein Witz», schreiben sie auf ihrer Homepage, auf der sie über die Sanierung und den Umbau sowie den damit verbundenen Umzug ins Provisorium informieren.

Der Zeitplan: Die Arbeiten am 66 Jahre alten Gebäude beginnen Anfang Dezember und dauern etwa zwei Jahre. Anfang 2020 dürfte die Bibliothek somit wieder ins sanierte Gebäude zügeln. In der Zwischenzeit zieht sie ins Provisorium an der Murbacherstrasse 21, das bereits am 27. November eröffnet wird. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf 20,5 Millionen Franken. Bevor die zweijährige Bauzeit beginnt, veranstaltet die ZHB in einer Woche unter dem Motto «Die ZHB baut und feiert» ein Fest mit Lesungen und anderen Programmpunkten (siehe Hinweis). Heute öffnet sie zum letzten Mal ihre Tore für den Publikumsbetrieb.

Wer der ZHB in den letzten Tagen einen Besuch abgestattet hat, dürfte von einer Umzugshektik aber kaum etwas gemerkt haben. Vordergründig lief der Betrieb wie immer, Bücher und Zeitschriften sind auch jetzt noch im Freihandmagazin zu sehen. Hinter den Kulissen sei der Umzug allerdings akribisch geplant worden, sagt Ina Brueckel, bei der ZHB zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. «Seit Ende September wird unter Hochdruck vorbereitet, gepackt und geräumt.» Maschinen aus der Buchbinderei wie die 400 Kilogramm schwere Buchpresse hätten dabei eine besondere Herausforderung dargestellt.

Cafeteria und Freihandbibliothek

Notwendig ist die Sanierung, weil im von Otto Dreyer erbauten und inzwischen denkmalgeschützten Gebäude vieles nicht mehr den heutigen Standards entspricht. Ein Fluchttreppenhaus fehlt, die Erdbebensicherheit sowie die Rollstuhlgängigkeit sind nicht gewährleistet, und die Fassade weist massive Witterungsschäden auf. Des Weiteren ist das Flachdach teils undicht, und die Heizungs- und Sanitärinstallationen müssen komplett erneuert werden.

Zusätzlich zu den Sanierungsarbeiten soll ausserdem ein Bibliothekscafé eingebaut werden – und zwar dort, wo sich zuvor die Sondersammlung befand. Diese zügelt dann ins Erdgeschoss. Im Untergeschoss wird es laut Brueckel zudem eine «spektakuläre, lange Vitrine geben, in der endlich auch sensible Exponate der Sondersammlung ausgestellt werden können». Das Bibliotheks­café wird von der sozialen Institution «Wärchbrogg» betrieben.

Die grösste Neuerung wird für die Nutzer indes die künftige Freihandbibliothek mit bis zu 80000 Bänden sein. «Dafür wird das jetzige Magazin gänzlich ausgehöhlt und neu aufgebaut. Das stellt sicherlich den grössten Eingriff dar», so Brueckel. Bücher stehen dort allerdings schon lange keine mehr: Weil die Sanierung ursprünglich im Jahr 2011 beginnen sollte, wurde der Bestand schon damals in ein Aussenlager im Entlebuch und danach in die Speicherbibliothek in Büron verlegt.

Während der Sanierung können alle Medien weiterhin online bestellt und im Provisorium oder an einem der ZHB-Standorte abgeholt werden: im Universitäts- und PH-Gebäude an der Frohburgstrasse oder in der Hochschule für Wirtschaft an der Frankenstrasse. Diese Standorte bieten auch weiterhin Arbeitsplätze an. Ebenfalls ein kleiner Publikumsbetrieb mit einem Lesebereich wird im Provisorium an der Murbacherstrasse aufrechterhalten. Die Arbeitsplätze der ZHB-Mitarbeiter werden zum Teil ins Universitätsgebäude verlegt, wo alle etwas zusammenrücken müssen. Die Sondersammlungen geniessen weiterhin Gastrecht im Luzerner Staatsarchiv und sind dort auch für das Publikum zugänglich. Wo sie sich während der letzten paar Monate bis zur Eröffnung Anfang 2020 befinden werden, ist aber noch offen. Durcheinander gebracht wurde die Planung durch den budgetlosen Zustand des Kantons in diesem Jahr. So hätte die Sanierung bereits im Februar 2017 starten sollen.

«Wir sind ziemlich erschöpft»

Wie eingangs erwähnt, dauert die Geschichte um die ZHB-Sanierung schon lange: Einen ersten Anlauf nahm der Kantonsrat vor bald sechs Jahren, indem er einen Kredit von 18,88 Millionen Franken bewilligte. Um die Investitionsrechnung nicht zu strapazieren, wurde das Projekt aber auf Eis gelegt. Im Dezember 2011 verlangte eine CVP-Motion einen Neubau statt einer Sanierung. Der Kantonsrat wies den Projektkredit von 4 Millionen aber zurück. Die Annahme der Initiative «Zur Rettung der ZHB Luzern» im September 2014 beerdigte schliesslich die Neubaupläne. Der Sanierungskredit von inzwischen 20,7 Millionen Franken wurde im Januar 2016 genehmigt. Der budgetlose Zustand des Kantons verzögerte den Baustart jedoch erneut. Brueckel sagt dazu: «Wir sind natürlich enorm erleichtert, dass die Sanierung jetzt endlich klappt – und ein bisschen erschöpft von einem sehr anstrengenden Jahr.»

Hinweis

Das ZHB-Fest findet am Samstag, 25. November, statt. Details unter www.zhbluzern.ch/aktuelles

Die Zentral- und Hochschulbibliothek bereitet sich auf die Sanierung und den damit verbundenen Umzug vor. Auf den Bildern zu sehen sind der Bibliothekseingang (oben), das bereits leere Magazin (links) sowie der Lesesaal (rechts). (Bild: Nadia Schärli (Luzerm, 16. November 2017))

Die Zentral- und Hochschulbibliothek bereitet sich auf die Sanierung und den damit verbundenen Umzug vor. Auf den Bildern zu sehen sind der Bibliothekseingang (oben), das bereits leere Magazin (links) sowie der Lesesaal (rechts). (Bild: Nadia Schärli (Luzerm, 16. November 2017))

Der Lesesaal. (Bild: Nadia Schärli (Luzerm, 16. November 2017))

Der Lesesaal. (Bild: Nadia Schärli (Luzerm, 16. November 2017))

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