Bauverbot auf 31 Grundstücken – Gemeinde Reiden erlässt Planungszone

In Reiden sind 3,6 Hektaren von der kantonalen Rückzonungsstrategie betroffen – weitere Flächen könnten folgen. Über die bisherigen 31 Grundstücke wurde eine Planungszone erlassen.

Janick Wetterwald
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Der Reider Gemeinderat Willi Zürcher sagt an der Medienkonferenz vom Montag zu den Rückzonungen: «Wir versuchen uns so gut wie möglich für unsere Bürger einzusetzen. Beim Vorgehen sind uns allerdings die Hände gebunden.» Reiden muss 3,6 Hektaren Bauland rückzonen – über den ganzen Kanton Luzern müssen es gemäss der Luzerner Regierung 67 Hektaren sein.

Der Gemeinderat hat über die betroffenen 31 Grundstücke eine Planungszone erlassen. «Damit wollen wir sicher gehen, dass auf den Parzellen nicht gebaut wird oder sie gar verkauft werden», erklärt Zürcher. Die Planungszone liegt seit dem 1. Februar für einen Monat auf. In dieser Zeit können die Einwohner ihre Einsprache deponieren.

In Zukunft könnten weitere Flächen folgen

Reiden wolle vorwärts machen, und plane darum die erste Teilrevision für die Gemeindeversammlung 2021 ein. Dabei wird es um jene Flächen gehen, für die ganz klar eine Einteilung in die Landwirtschaftszone vorgesehen ist. Die zweite Flächen-Kategorie soll erst später behandelt werden. Bei diesen Parzellen ist auch eine Einteilung in die Grünzone möglich. Für den Umgang mit diesen Grundstücken will Reiden eine Kommission einberufen. «Für die erste Kategorie sehen wir keine solche vor, weil diese Fälle meist eindeutig sind», sagt Zürcher.

Hier sehen sie die zwei Kategorien rot oder rot schraffiert. Aufgeteilt nach Ortsteilen:

Ortsteil Reiden: Die ganz roten Zonen sollen eindeutig in die Landwirtschaftszone rückgezont werden. Rot schraffiert heisst, es besteht auch die Möglichkeit einer Einteilung in die Grünzone.
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Ortsteil Richenthal: Die ganz roten Zonen sollen eindeutig in die Landwirtschaftszone rückgezont werden. Rot schraffiert heisst, es besteht auch die Möglichkeit einer Einteilung in die Grünzone.
Ortsteil Langnau: Die ganz roten Zonen sollen eindeutig in die Landwirtschaftszone rückgezont werden. Rot schraffiert heisst, es besteht auch die Möglichkeit einer Einteilung in die Grünzone.

Ortsteil Reiden: Die ganz roten Zonen sollen eindeutig in die Landwirtschaftszone rückgezont werden. Rot schraffiert heisst, es besteht auch die Möglichkeit einer Einteilung in die Grünzone.

Gemdeine Reiden

Neben den 3,6 Hektaren taucht in den Dokumenten noch die Zahl 2,6 Hektaren auf. Für diese Flächen ist eine Rückzonung zum jetzigen Zeitpunkt nicht verhältnismässig. «Es wird aber in den nächsten Jahren wieder zu einer Überprüfung kommen. Die Eigentümer dieser Grundstücke wurden von uns ebenfalls informiert.» Gemeinderat Zürcher erklärt, dass es für diese Flächen nun Fristen gäbe für allfällige Bebauungspläne.

Das heisst: Die Betroffenen, die sich nicht in einigen Jahren mit einer Rückzonung ihres Baulands konfrontiert sehen wollen, schmieden nun Baupläne. Kurios: Genau das sollte das neue Raumplanungsgesetz verhindern.

Reaktion des Kantons ist ungewiss

Der Gemeinderat rechnet mit Einsprachen gegen die Planungszone und später gegen die Ortsplanungsrevision. Sollten Einsprachen von der Gemeindeversammlung gutgeheissen werden, so leitet man dies an den Kanton weiter. «Wie der Kanton darauf reagiert, wissen wir aktuell nicht», sagt Zürcher. Man schaue nun gespannt nach Büron, wo der ganze Prozess schon läuft und die Gemeindeversammlung mit vier Einsprachen zu drei Grundstücken ansteht.

In Reiden ist übrigens die Gemeinde selbst auch von den Rückzonungen betroffen: Ihr gehört ein Grundstück neben der Schule in Richenthal, das der Landwirtschaftszone zugeteilt werden soll. Sowieso betrifft es die kleinen Ortsteile der Fusionsgemeinde Reiden stärker, als das Dorf Reiden selber. «Dies hat damit zu tun, dass mit der Fusion nur noch ein Zentrum besteht», sagt Zürcher. Flächen in den schlecht erschlossenen Gebieten wie Langnau oder Richenthal kommen darum gemäss Kriterien des Kantons eher für eine Rückzonung in Frage.

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