Kommentar

BDP-Rückzug: Die Luzerner Kleinpartei steht vor dem Aus

Die BDP des Kantons Luzern tritt zum zweiten Mal in Folge nicht zu Wahlen an - und der Präsident erklärt seinen Rücktritt. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Partei künftig auf ihre Stammlande konzentriert.

Alexander von Däniken
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Alexander von Däniken,Leiter Ressort Kanton

Alexander von Däniken,
Leiter Ressort Kanton

Die BDP hatte in der Zentralschweiz von Anfang an einen schweren Stand. Sie konnte sich nur im Kanton Luzern etablieren – und blieb dort auf tiefem Niveau. Vor rund zehn Jahren als zwölfte Schweizer Sektion gegründet, dümpelte die Bürgerlich-Demokratische Partei im grössten Zentralschweizer Kanton beim Wähleranteil im tiefen einstelligen Bereich. Auf die eidgenössischen Wahlen in Luzern hat sie letzten Herbst genauso verzichtet, wie sie das nun auch bei den kommunalen Wahlen im Frühling tun wird.

Der kantonale Scherbenhaufen ist eine Folge der nationalen Parteipolitik. Der Wähleranteil ist im letzten Herbst auf 2,4 Prozent gesunken, die BDP verlor den einzigen Ständeratssitz, vier der sieben Nationalratsmandate – und damit auch Fraktionsstärke. Ein Mittebündnis in Bundesbern mit CVP und EVP soll die BDP retten.

Was das für die Kantonalsektionen bedeutet, ist noch unklar. Stark sind nur jene in Graubünden, Bern, Glarus und Zürich. Noch. Es wäre möglich und wahrscheinlich, dass sich die Parteileitung um Martin Landolt in ihrem Überlebenskampf auf die Stammlande konzentrieren wird. Dann wäre die BDP im Kanton Luzern definitiv Geschichte.

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