Beachvolley-Turnier: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Noch ist der Fortbestand des internationalen Beachvolleyball-Turniers nicht gesichert. Das versprochene Darlehen aus Bahrain ist nach wie vor nicht in den Händen der Luzerner Organisatoren. Nun reist der Turnierdirektor in den Nahen Osten.

Thomas Heer
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Vergangenen Frühling fand das Turnier in Luzern statt. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 13. Mai 2018 )

Vergangenen Frühling fand das Turnier in Luzern statt. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 13. Mai 2018 )

Einem der bedeutendsten Sportanlässe im Kanton Luzern, dem internationalen Beachvolleyball-Turnier, droht nach wie vor das Aus. Denn die für die Organisation des Anlasses zuständige Beach Sports Lucerne AG wartet noch immer auf das versprochene und dringend benötigte Darlehen eines Investors mit Sitz in Bahrain. Die Rede ist von 1,5 Millionen Franken.

Zur Erinnerung: Ende des vergangenen Januars sagte die damalige Verwaltungsratspräsidentin der AG, Ruth Linder, gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag»: «Wir sind auf gutem Weg, sodass die nötigen Mittel bis Ende Februar bereitstehen.»

Nun ist mittlerweile ein Dreivierteljahr ins Land gezogen, und von diesen «nötigen Mitteln» fehlt bislang noch jede Spur. Im Gegenteil: Die Beach Sports Lucerne AG nahm in nicht unerheblichem Mass liquide Mittel in die Hände, damit der Deal irgendwann doch noch einmal zu Stande kommt. Zu den Auslagen der Organisatoren gehören unter anderem Reisespesen, die Vertreterinnen und Vertreter der AG aufgrund ihrer Reisen in den Mittleren Osten verursachten.

Dazu seien Kosten für Währungstransfers gekommen, wie Raphael Imhof, Sprecher der Beach Sports Lucerne AG, erklärt. Konkret bedeute das, so Imhof, die nicht unerheblichen Gebühren, die aufgrund des Währungswechsels vom Bahrain-Dinar in Euro anfielen. Mit anderen Worten: Die Beach Sports Lucerne AG wird, wenn überhaupt, ein Darlehen in Euro erhalten. Und dies im Gegenwert von umgerechnet 1,5 Millionen Franken.

Laut Imhof befinde sich dieses Geld zurzeit auf einem Konto der Zentralbank in den Vereinigten Arabischen Emiraten VAE. Weshalb die Überweisung nicht direkt von Bahrain in die Schweiz erfolgt, kann er auch nicht sagen.

Nun erweist sich auch der Geldtransfer aus den VAE auf ein Schweizer Bankkonto als höchst kompliziert. Imhof schreibt dazu: «Internationale Geldwäschereivorschriften, verschiedene Forderungen von Schlüsselstellen im Transfer der Gelder sowie bankübliche Gebühren für Devisen-Transaktionen haben zu einem unerwarteten Zeitverlust und die schon mehrfach erwähnten Kosten (...) geführt.»

Alle hoffen: Organisatoren, Fans und Gläubiger

Laut Imhof bestand die ursprüngliche Absicht darin, dass die Turnierorganisatoren in den VAE eine eigene Firma gründen. Diese Idee stammte von jener Frau aus Deutschland, die den Kontakt zwischen den Luzernern und den Investoren aus Bahrain einfädelte. Über dieses Unternehmen hätte offenbar dann das Geld in die Schweiz überführt werden sollen. Von diesem Ansinnen sei man zwischenzeitlich aber abgekommen, so Imhof. Anstelle des eigenen Unternehmens sei nun, so der Pressesprecher, eine Anwaltskanzlei vor Ort in den Prozess eingebunden worden. Die Adresse dieser Kanzlei diene dazu, ein Treuhandkonto einzurichten. Darüber soll nun endlich das Geld in die Schweiz überwiesen werden.

Damit die Transaktion gelingt, reist laut Imhof der Turnier­direktor, Siegbert Brutschin, am kommenden 11. November in die VAE. Nicht nur die Beachvolleyball-Begeisterten in der Region sowie die Organisatoren wären sehr erleichtert darüber, wenn das Geschäft nun auch wirklich erfolgreich abgeschlossen werden könnte. Auch die Gläubiger haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sie einen Teil ihres Geldes doch noch zurückerhalten werden. Das betrifft all jene Zulieferer und Dienstleister, die einst in geschäftlicher Beziehung zum Verein Pro Beachvolleyball Luzern standen. Dieser erlitt mit den Turnieren in den Jahren 2015 und 2016 wirtschaftlichen Schiffbruch und hinterliess einen Schuldenberg von über zwei Millionen Franken.

Die Beach Sports Lucerne AG wurde danach auch gegründet, um einen Teil dieser Schulden aus der Vergangenheit zu tilgen.

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Thomas Heer