Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Veranstalter des Beachvolleyball-Turniers Luzern räumen Fehler ein

Rund um das internationale Beachvolleyballturnier Luzern ist es in der Vergangenheit zu schweren wirtschaftlichen Verwerfungen gekommen. Besserung würde ein Darlehen aus Bahrain bringen. Von diesem Geld aber ist bis heute kein Rappen eingetroffen.
Thomas Heer
Leere Ränge, kaum Zuschauer: Das diesjährige internationale Beachvolleyball-Turnier im Lido endete mit einem Defizit. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 10. Mai 2018))

Leere Ränge, kaum Zuschauer: Das diesjährige internationale Beachvolleyball-Turnier im Lido endete mit einem Defizit. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 10. Mai 2018))

Alain Bachmann wirkt konsterniert, wenn er als Sachwalter vom insolventen Verein Pro Beachvolleyball Luzern spricht. Für den 20. Juni hat er eine Gläubigerversammlung anberaumt. Dann möchte Bachmann den von dieser Organisation Geschädigten darlegen, mit welcher Nachlassdividende zu rechnen ist. Der Hintergrund: Der von Marcel Bourquin präsidierte Verein hat mit der Austragung der Turniere 2015 und 2016 Schiffbruch erlitten und knapp 2,5 Millionen Franken Schulden angehäuft.

Nun stellt sich aber je länger je mehr die Frage, ob es überhaupt zur Teilschuldentilgung kommt. Denn der Nachfolgeorganisation des Vereins, der Beach Sports Lucerne AG, scheint es ­finanziell auch nicht sonderlich gut zu gehen. Und das ist eine schlechte Nachricht für die Vereinsgläubiger. Immerhin ist die AG auch mit dem Ziel angetreten, wenigstens einen Teil der Vereinsschulden abzutragen.

Bis zu zwei Millionen Franken Darlehen

Diese wenig erfreulichen Aussichten basieren auf zwei Fakten. Erstens: Das diesjährige internationale Beachvolleyball-Turnier, das Mitte Mai beim Verkehrshaus ausgetragen wurde, endete mit einem Defizit. Das bestätigt der Sprecher des Events, Raphael Imhof. In welchen Dimensionen sich die roten Zahlen bewegen, sagt Imhof nicht. Es hat sich nun aber bewahrheitet, was die Präsidentin der AG, Ruth Linder, bereits am 5. Mai prognostizierte. Sie sagte damals, der Anlass werde keine «tollen» Zahlen generieren.

Noch viel mehr ins Gewicht aber fällt zweitens, dass die AG nach wie vor auf das in den Medien seit Monaten angekündigte und angeblich zugesicherte Kapital wartet. Konkret handelt es sich um Darlehen im Umfang von bis zu zwei Millionen Franken, wie Ruth Linder beim bereits erwähnten Gespräch darlegte. Die Geldgeber würden aus Bahrain stammen, und der Transfer des Kapitals laufe via Dubai. Sie und der CEO der AG, Marcel Bourquin, seien eigens dafür in die Vereinigten Arabischen Emirate gereist, erklärte Linder damals.

Warum das Geld noch nicht eingetroffen ist, darüber kann nur spekuliert werden. Immerhin sagt Imhof, seitens der AG sei es im Zusammenhang mit der Geldüberweisung zu Fehlern gekommen.

Eigene Fehler hin oder her: Dass das Kapital immer noch fehlt, kann ansonsten eigentlich nur drei Gründe haben. Zum einen wäre es vorstellbar, dass es sich seitens der AG bei den ganzen Versprechungen und Ankündigungen nur um Schall und Rauch handelt. Das erscheint aber höchst unwahrscheinlich. Vor ­allem in der Person von Ruth Linder verfügt die AG über eine Präsidentin, an deren Seriosität nicht zu zweifeln ist. Linder könnte es sich als Mitinhaberin eines Finanzdienstleistungsunternehmens auch gar nicht leisten, einen solchen Eiertanz zu veranstalten.

Zum anderen ist es möglich, dass das seit vielen Wochen versprochene Geld aus dem Mittleren Osten doch noch eintrifft. Und zu schlechter Letzt bleibt noch eine Variante, eine für die Verantwortlichen jedoch besonders bittere. Denn es ist nicht auszuschliessen, dass die Luzerner Veranstalter einem unseriösen oder wortbrüchigen Partner aufsassen. Es wäre nicht das erste Mal, dass im Sportbusiness ­Geldtransfers scheitern, weil sich bei genauerem Hinsehen in der Vergangenheit des «Investors» dunkle Flecken zeigen. Beispielhaft dafür steht der Fall Morlock. Paul Morlock stellte dem FC Luzern Ende der 1990er-Jahre in Aussicht, mehr als 5 Millionen Franken in den Verein einzuschiessen. Es stellte sich aber ­heraus, dass der potenzielle deutsche Geldgeber in seiner Heimat wegen verschiedener Delikte zu einer mehrjährigen unbedingten Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Unvergessen bleibt auch der Fall Horst Eckel. Dieser wollte 2009 den Grasshopper-Club Zürich für 300 Millionen Franken übernehmen – bis offenkundig wurde, dass es sich bei Eckel um einen Hochstapler handelte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.