BEEREN: Ernte wird noch besser als 2013

Die Bedingungen für die Beerenernte sind dank des sonnigen Wetters perfekt. Mit ganz kleinen Abstrichen.

Roger Rüegger
Drucken
Teilen
Die Beerenernte soll sogar noch besser werden als letztes Jahr. (Bild: red)

Die Beerenernte soll sogar noch besser werden als letztes Jahr. (Bild: red)

Die Voraussetzung für eine perfekte Beerenernte im Kanton Luzern könnte fast nicht besser sein. Die Ernte der Erdbeeren wie auch der Himbeeren hat in dieser Saison dank des milden Winters und der vielen sonnigen Tage im Frühling rund zwei Wochen früher begonnen als in anderen Jahren. Die hervorragenden Bedingungen haben ausserdem auch Auswirkungen auf die Ertragsmenge.

Gemäss Beat Felder, dem zuständigen Fachmann für Spezialkulturen beim Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung des Kantons Luzern, ist etwa bei der Erdbeerernte, die nun langsam zu Ende geht, ein sehr gutes Ergebnis zu erwarten: «Die Menge des Vorjahres ist bereits überschritten. Am letzten Montag zum Beispiel lag der Ertrag bereits bei 103,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr», bilanziert Felder auf Anfrage. Einer vagen Hochrechnung zufolge könne der heurige Ernteertrag bis zu 20 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr.

Das ist umso erfreulicher für die Produzenten, weil auch das Jahr 2013 schon ein gutes war. Von einer Rekordernte will Felder nicht sprechen, «weil früher die Flächen anders waren und man dies deshalb nicht vergleichen kann».

Erdbeeren mit Sonnenbrand

Obwohl sich die vielen sonnigen Tage positiv auf die Ernte auswirken, hatten die Landwirte einiges zu tun. Denn das gute Wetter birgt auch Gefahren. Das grösste Risiko für die Erdbeeren beispielsweise sei laut Felder der Sonnenbrand. «Die Beeren müssen nicht nur bewässert werden, sondern man muss sie auch vor der direkten Sonne schützen», erklärt er. Die Produzenten benutzen dafür ein Hagelnetz, das vor der Sonne genauso gut schützt wie vor Hagel.

Heikle Sommerhimbeeren

Optimistisch sind dieses Jahr auch die Himbeerenproduzenten, die seit letzter Woche ernten. Zum Beispiel auf der Plantage von Anton Wyss in Altwis: «Es sieht gut aus mit der Sommerhimbeere. Die Ernte dürfte ähnlich gut ausfallen wie im letzten Jahr.» Gut für die Sommerhimbeere sei der relativ milde Winter gewesen. Grund dafür: «Es ist eine heikle Sache, die Rute der Sommerhimbeere zu überwintern», erklärt Wyss. Diese trage im ersten Jahr im Gegensatz zur Herbsthimbeere noch keine Früchte. «Die Pflanzung erfolgt jeweils im April. Im ersten Jahr wächst die Rute. Aber geerntet wird erst im zweiten Jahr», sagt Wyss. Er hofft deshalb für seine Sommerhimbeeren auf ein kräftiges Wachstum und einen nicht zu strengen Winter – ähnlich wie dieses Jahr, als der Winter laut Wyss «optimal» war. Mit kleinen Abstrichen: «Wir machten uns zweimal Sorgen, als die Temperaturen unter minus 5 Grad sanken», sagt der Landwirt, der seine Himbeeren auf einer Fläche von 140 Aren anbaut.

Weine – ein guter Jahrgang?

Doch nicht nur die Produzenten der Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen und übrigen Sommerfrüchte dürfen sich auf eine gute Ausbeute freuen: Auch die Weinbauern erwarten dank den vielen schönen und heissen Tagen eine gute Saison. Beat Felder vom Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung: «Die Blüte der Reben fand vom 10. bis 20. Juni statt und war somit ebenfalls rund zwei bis drei Wochen früher als im Vorjahr.» Die Voraussetzung für eine ausgezeichnete Traubenernte sei damit gegeben. Immer vorausgesetzt, dass das Wetter mitspielt. Felder: «Ein richtiger Regenguss wird begrüsst, aber danach hoffen wir auf weitere schöne Tage.»