Bei der Debatte über das Tractor Pulling gehen im Luzerner Kantonsrat die Wogen hoch

Sollen sich in Knutwil auch künftig die PS-Monster messen? Darüber ist das Luzerner Kantonsparlament uneins.

Lukas Nussbaumer
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Aus dem Archiv: Das Tractor Pulling 2019.

Aus dem Archiv: Das Tractor Pulling 2019.

Bild: Ueli Frei

30'000 Zuschauer, Traktoren mit mehreren Tausend PS: Das Tractor Pulling in Knutwil ist ein Anlass der Superlative. Heuer findet er wegen der Coronakrise zwar nicht statt. Doch soll er künftig wieder durchgeführt werden? Darüber unterhielt sich am Montag der Luzerner Kantonsrat. Grund war eine Anfrage von Isabella Schwegler-Thürig. Die SP-Kantonsrätin aus Reiden stellte in ihrem Vorstoss eine ganze Reihe von kritischen Fragen - und die Regierung gab ihr insofern Recht, als sie die Durchführung als «rechtswidrig, aber toleriert» bezeichnete. In der Folge solidarisierten sich mehr als 10'000 Fans des Tractor Pulling mit Organisator Daniel Kunz.

Befürworter und Gegner gab es am Montag auch im Kantonsrat – und es flogen die Fetzen. Für die Vorstösserin Isabella Schwegler-Thürig widerspricht Tractor Pulling dem Bundesgesetz, weshalb die Regierung den Anlass nicht bewilligen dürfte. Und: «Das Tractor Pulling ist für viele Knutwiler ein Horror.» Ins gleiche Horn stiess der Grüne Andreas Hofer (Sursee). Er sprach von einer «Tractor-Bullshit-Veranstaltung», die nicht mehr stattfinden solle. Auch Urs Brücker (GLP, Meggen) kritisierte den Wettkampf. Es würden «völlig unnötig Dutzende von Tonnen CO2 in die Atmosphäre gepumpt».

«Schade, dass dies die Öko-Populisten nicht sehen»

Für den Anlass stark machten sich Landwirte wie Toni Graber (SVP, Schötz), Thomas Grüter (CVP, St. Urban) oder Martin Birrer (FDP, Emmen). Für sie alle macht es keinen Sinn, eine solche Veranstaltung im Kanton Luzern zu verbieten. Nötig sei eine landesweite Koordination. Argumentiert wurde auch mit der Bedeutung des Tractor Pulling für das Gewerbe und mit dem Spassfaktor. «Es ist schade, dass dies die Öko-Populisten nicht sehen», sagte Pius Müller (SVP, Schenkon). Martin Birrer und der Grüne Valentin Arnold (Hüswil) regten an, die Veranstaltung in eine Kiesgrube zu zügeln.

Der zuständige Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor Fabian Peter sprach von einem Dilemma. «Für die einen soll ich die Bewilligung erteilen, für die anderen verweigern», so der FDP-Regierungsrat. Er kündigte bis zum Herbst ein klärendes Gespräch mit dem Veranstalter und der Gemeinde Knutwil an.