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Bei ihm gibt es die grössten Zucchetti

Für den Italiener Federico Frongillo sind künstliche Düngemittel ein Tabu. Sein Gemüse ist bei Grillabenden daher heiss begehrt.
Hugo Bischof
Federico Frongillo setzt beim Anbau auf Bio. (Bild: Pius Amrein (Emmen, 4. Juli 2018))

Federico Frongillo setzt beim Anbau auf Bio. (Bild: Pius Amrein (Emmen, 4. Juli 2018))

Stolz präsentiert Federico Frongillo seinen Schrebergarten in Emmen. «Ich habe die grösste Auswahl an Gemüse hier», sagt der 69-jährige Italiener mit einem Schmunzeln im Gesicht. Tatsächlich: Was auf seinen rund 100 Quadratmetern alles wächst, lässt einen staunen: Salat, Tomaten, Kartoffeln, Bohnen, Zucchetti, Peperoni (scharfe und weniger scharfe), Fenchel, Kürbis, Artischocken – und vieles mehr. Auch Früchte gibt es: Brombeeren, Erdbeeren, Mirabellen, Äpfel. Und dann die Pergola! Federico hat sie selber gebaut. Sie ist mit einem dichten Traubenreben-Dach bekränzt.

Was für ein grünes Paradies! Es ist nicht das typische Schweizer Gärtli mit millimetergenau gezogenen Beeten, Spannschnüren und präzis abgegrenzten Gemüsegruppen. Federico weiss zwar genau, was bei ihm wo wächst. Auch bei ihm gibt es Beete und dazwischen Pfade. Doch alles atmet bei ihm einen Hauch von Wildnis und Natur.

«Auch Schnecken müssen halt etwas essen»

Schädlingsbekämpfung mit Chemie gibt es bei ihm nicht. Auch künstliche Düngemittel sind für ihn tabu. «Bei mir ist alles Bio», sagt Federico, «und zwar echt, nicht so wie im Coop oder bei der Migros.» Dass mal ein Sellerie-Blatt von Schnecken angefressen wird, nimmt er gelassen hin. «Auch Schnecken müssen halt etwas essen», meint er lachend. Sein Garten gibt dennoch genügend her, für ihn selber viel zu viel. Freunde und Kollegen beschenkt er reichlich mit seiner Ernte. Auch mich lässt er nach meinem Besuch nicht ohne einen grossen Sack voll Salat, Rucola, Bohnen und Zucchetti gehen. Die Zucchetti, das versichere ich Ihnen, sind die grössten weit und breit. Zuhause mit etwas Öl und Gewürz grilliert, munden sie deliziös.

Federico ist in Italien geboren – in der Provinzstadt Avellino in der Region Campania. Er lebt seit etwa 25 Jahren in der Schweiz und war Baumechaniker von Beruf. «Ich habe Bohrmaschinen und Fräsen für den Tunnelbau repariert.» Jetzt ist er pensioniert. «Aber wenn man mich braucht, führe ich immer noch kleinere Arbeiten aus – etwa, wenn ein Nachbar ein Gartengerät repariert haben will.» Federico ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder. Seit 12 Jahren wohnt er in Luzern in der Tribschenstadt. Seinen Garten auf dem Areal Kirchfeld neben dem Flugplatz Emmen hat er seit rund zwei Jahrzehnten. Wenn die Düsenjäger losbrausen, wird es so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Und ein Duft von Kerosin weht über das Gelände. «Das gehört dazu», so Federico.

Im Sommer kommt Federico fast jeden Tag in seinen Schrebergarten, die Gemüsepflanzen müssen schliesslich getränkt werden. Regelmässig wird dort auch grilliert. Auf dem Grill landen dann auch mal selber angebaute Kartoffeln. Im kleinen Häuschen in seinem Garten hat Federico eine kleine Küche eingerichtet – mit Gasofen, Kühlschrank und Radio. Elektrizität produziert eine Solaranlage auf dem Dach. Eine Überraschung hat Federico auch noch parat: Er hat eine kleine Kamera installiert, mit der er von der Küche aus seinen Garten überwachen kann. «Kürzlich wollte jemand eine meiner Spezialitäten, blaue Bohnen, stibitzen – diese Person habe ich dann zur Rede gestellt.» Irgendwo hat halt auch Federicos Grosszügigkeit seine Grenzen.

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