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Leserdebatte

Beim Bauern mit dem Handy bezahlen – Twint ist in den Luzerner Hofläden angekommen

Der Griff zum Handy statt zum Portemonnaie – bargeldloses Bezahlen mit Twint hält Einzug in den Hofläden. Im Kanton Luzern bieten diese Möglichkeit schon über 20 Betriebe an.
Janick Wetterwald

«Hast du den Code dabei?», wird Christine Gilli neuerdings am Samstagmorgen am Markt in Triengen gefragt. Die Kunden wollen ihre Einkäufe bargeldlos bezahlen – mit Twint. Die treue Kundschaft hat sich bereits an die Bezahlmethode gewöhnt, denn nicht nur am wöchentlichen Markt, sondern auch in Gillis Hofladen in Triengen stehen die Codes zum Scannen bereit:

Im Hofladen von Christine Gilli (links) können die Kunden ihre Einkäufe bargeldlos via Twint-QR-Code bezahlen. (Bild: Dominik Wunderli, 25. Juni 2019)

Im Hofladen von Christine Gilli (links) können die Kunden ihre Einkäufe bargeldlos via Twint-QR-Code bezahlen. (Bild: Dominik Wunderli, 25. Juni 2019)

Nach einer Testphase im Kanton Aargau hat der Schweizer Bauernverband seit diesem Jahr das Projekt «Twint in den Hofläden» auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Stand Ende Juli haben sich national 600 Betriebe angemeldet, in der Zentralschweiz sind es rund 45 Hofläden, 25 davon im Kanton Luzern.

Das Projekt ist Teil einer gesamthaften Digital-Offensive vom Bauernverband mit dem Namen «vomhof.ch». «Die Kampagne läuft schon einige Jahre, wird jedoch seit 2018 gezielt vorangetrieben», sagt Projektleiterin Andrea Oldani. 1400 Höfe und deren wichtige Informationen wie Angebote oder Öffnungszeiten des Ladens lassen sich via Suchfunktion finden.

QR-Code statt Karten-Terminal

In der Zeit von 2010 bis 2016 sind gemäss Bauernverband fast 7000 Bauernbetriebe von der Bildfläche verschwunden. Als Gegenbewegung stieg in der gleichen Zeitspanne die Anzahl Höfe mit Direktverkauf von 7000 auf über 11'000 an.

«Wir haben letzten Oktober den vergrösserten Laden an neuer Stelle eröffnet», sagt Christine Gilli. Es laufe gut, sagt ihr Mann Markus, der die Buchhaltung macht. «Der Direktverkauf macht in etwa 20 Prozent vom gesamten Ertrag aus.» Von Twint haben die beiden über eine Kollegin erfahren: «Wir waren fast etwas überrascht, dass es keine Anmeldegebühr oder jährliche Fixkosten gibt», so Markus Gilli. Seit März können die Kunden in Gilli's Hofladen bargeldlos bezahlen. Twint sei viel lukrativer, als die Kreditkarten-Variante, weil die Kosten tiefer sind: 1,3 Prozent vom jeweiligen Twint-Betrag geht nicht in die Kasse der Gillis. Zudem braucht es nur die QR-Codes und kein Terminal für die Kartenzahlung.

Christine und Markus Gilli mit der Twint-Werbetafel in ihrem Hofladen in Triengen. (Bild: Dominik Wunderli, 25. Juni 2019)

Christine und Markus Gilli mit der Twint-Werbetafel in ihrem Hofladen in Triengen. (Bild: Dominik Wunderli, 25. Juni 2019)

Ideal ist die bargeldlose Lösung besonders für jene Zeit, wenn der Hofladen zwar geöffnet, aber unbedient ist. «Wir stellen zu unbedienten Zeiten einen klaren Anstieg von Zahlungen via Twint fest», erklärt Christine Gilli. Jede Transaktion über Twint löst ein E-Mail aus, damit die Gillis den Überblick über die bargeldlosen Zahlungen haben.

Wenig negative Töne

Die Zentralschweizer Hofläden-Betreiber, welche Twint nutzen, zeigen sich zufrieden. Hört man sich bei jenen um, die die neue Bezahlmethode noch nicht anbieten, heisst es oft: Twint klinge interessant, jedoch sei man noch nicht dazu gekommen, sich vertieft damit zu beschäftigen.

Negative Töne gibt es fast keine, und wenn dann nur hinter vorgehaltener Hand. Eine Betreiberin sagt am Telefon, dass sie auf Bargeld setze und die Welt vom bargeldlosen Bezahlen nicht so ihr Ding sei. Die Gillis sehen Twint als Chance – genauso wie die Sozialen Medien. Sie pflegen ihren Auftritt auf Facebook so gut wie möglich neben der täglichen Arbeit auf dem Hof. So werben die Gillis auf Facebook für ihre neue Konfi:

(Bild: Printscreen Facebook)

(Bild: Printscreen Facebook)

«Unser Laden steht nicht direkt an der Strasse», sagt Markus Gilli. «Darum versuchen wir unseren Kunden auch auf diese Weise unser Angebot und Neuigkeiten rund um den Hof zu präsentieren.» Stehen bleiben sei keine Option, «man muss mit der Zeit gehen».

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