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Beim Bier bestellen unfreiwillig entschleunigt

Gabriela Jordan, red. Mitarbeiterin Stadt/Region Luzern, über eine unfreiwillige Geduldsprobe bei einer Bestellung in einer Bar.
Gabriela Jordan
Gabriela Jordan, Ressort Stadt/Region Luzern (Bild: Manuela Jans-Koch (LZ) (Luzerner Zeitung))

Gabriela Jordan, Ressort Stadt/Region Luzern (Bild: Manuela Jans-Koch (LZ) (Luzerner Zeitung))

Jeden Menschen kann man irgendwie auf die Palme bringen. Ich für meine Person übe mich bisher recht erfolglos in Geduld. Warteschlangen und Rotlichter? Eine echte Qual. Leute, die beim Sprechen nicht auf den Punkt kommen? Falle ich häufig auch mal ins Wort. Der Alltag auf der Redaktion ist in dieser Hinsicht eine echte Wohltat: schnell muss es meistens sein, flexibel noch dazu.

Nach besonders hektischen Tagen sehne aber auch ich mich nachetwas Entschleunigung. So verschlug es mich neu­lich in eine Bar in der Stadt. Ein Bier, so fand ich, hatte ich mir jetzt echt verdient. Die Bedienung, locker-flockig und alternativ, hielt mein Bedürfnis an­scheinend aber nicht für besonders dringend. Sie nickte mir zu, fing dann jedoch an, den Tresen zu putzen und geschäftig hin und her zu gehen. «Kein Stress, es eilt ja nicht», sagte ich mir.

Nach einer gefühlten Ewigkeit machte ich sie nochmals auf mich aufmerksam. Doch sie entschied sich dafür, lieber noch rasch Milch in die Kaffeemaschine nachzufüllen und mit ihrer Arbeitskollegin zu plaudern. Da wurde es mir wirklich langsam zu bunt. Mein Gemütszustand, der zuvor von Nachsicht über Ärger zu Belustigung gewechselt hatte, schlug nun in Ungläubigkeit um (wer bestellt schon Kaffee um diese Zeit?!).

Ich begann, ernsthaft über das Konzept der Bar nachzudenken. Vielleicht beinhaltet es eine inoffizielle Entschleunigungstherapie? Oder ein Sozialprojekt? Allein war ich mit diesen Gedanken zumindest nicht: Endlich mit dem kühlen Getränk bei meinen Freunden angekommen, schien über meine lange Abwesenheit niemand überrascht zu sein. «Gell, hier braucht man beim Bestellen viel Geduld!», meinte jemand. «Wie wahr», sagte ich noch immer leicht missmutig. Funktioniert hat die «Therapie» bei mir jedenfalls noch nicht ...

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

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