Kommentar

Beim Horwer Solitaire-Hochhaus wurde am Markt vorbeigeplant

Die Zeiten, in denen man jede Neubauwohnung problemlos wegbrachte, sind in der Region Luzern vorbei. Das spüren vor allem jene, deren Angebot einen Makel aufweist, wie ein Beispiel aus Horw zeigt.

Roman Hodel
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Roman Hodel.

Roman Hodel.

Der Wohnungsbau boomt in der Stadt und Agglomeration Luzern. Hunderte Wohnungen sind geplant – selbst wenn es in jüngster Zeit Dämpfer gab etwa mit dem Nein der Dierikoner zum Rontalzentrum. Die Gründe liegen auf der Hand: Unsere Region ist beliebt als Wohnort, und die Pensionskassen investieren ihr Geld auf der Flucht vor Negativzinsen immer noch bevorzugt in Immobilien. Nur: Die Vermietung der Neubauten harzt. Das ist nicht erstaunlich.

Wer sich durch die Immobilienportale klickt, staunt über die vielen Angebote – etwa in Kriens. Zwar füllen sich Neuüberbauungen wie der Mattenhof allmählich, doch die Eigentümer brauchen mehr Geduld als gedacht. Entsprechend ungünstig ist es dann, wenn den Neubauwohnungen aus Sicht vieler Interessenten etwas Wichtiges fehlt – so wie beim Solitaire-Hochhaus in Horw, wo fast zwei Drittel der Wohnungen leer stehen.

Klar, die eigenwillige Architektur, notabene von einer Star-Architektin, ist ein Hingucker – und die Aussicht aus den oberen Etagen bestimmt beneidenswert. Doch was nützt dies den Mietern, wenn sie einen Sommerabend nicht auf dem Balkon ausklingen lassen können, weil es schlicht keinen hat? Daran können auch kosmetische Anpassungen wie Holzverkleidungen für Waschtürme nichts ändern. Das Beispiel zeigt: Neubauprojekte müssen durchdacht sein. Sonst wird es mit der Vermietung zunehmend schwierig – sogar in einer begehrten Wohngemeinde wie Horw.