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Beiz, Bier, Gin: Mit dem Lindenhof öffnet in Entlebuch ein Restaurant mit ungewöhnlichen Nachbarn seine Türen

Nach 15 Monaten Bauzeit erwacht der Lindenhof Ebnet aus seinem Dornröschenschlaf. Er spannt dabei mit einer Brauerei und einer Brennerei zusammen und bietet gar Hotelzimmer an.

Roseline Troxler
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Das Restaurant.
18 Bilder
Der Lindenhof liegt direkt an der Hauptstrasse.
Die Gastgeberinnen Irène Renggli (links) und Lena Frauenknecht.
Die Brauerei.
Das Restaurant.
Das Eventlokal.
Lampen aus Gin-Flaschen.
Blick von der Seite.
Die Brauerei.
Der Lindenhof liegt direkt an der Hauptstrasse.
Die Brauerei.
Die Brauerei.
Edelwhite Gin.
Das Eventlokal.
Terrasse für die Hotelgäste, dahinter das neue Wohnhaus.
Die verschiedenen Sorten der Entlebucher Bier AG.
Ein Hotelzimmer.
Ein Hotelzimmer.

Das Restaurant.

Bild: Boris Bürgisser (Entlebuch, 2. Juni 2020)

Am 11. Juni kehrt im Lindenhof im Entlebucher Ortsteil Ebnet wieder Leben ein – coronabedingt einen Monat später als geplant. Entstanden ist ein Restaurant, ein dazugehöriges Hotel, die neue Brauerei der Entlebucher Bier AG und die Destillerie des heimischen Edelwhite Gin.

Die drei Firmen pachten je einen Teil des Lindenhof-Areals, bleiben aber eigenständig. Lena Frauenknecht, welche zusammen mit Irène Renggli das Restaurant Lindenhof betreibt, betont dennoch:

«Wir drei Unternehmen im Lindenhof spannen mit einem einzigartigen Konzept zusammen.»

Gruppen können alles aus einer Hand buchen. Möglich ist beispielsweise zunächst eine Führung durch die Brauerei und die Destillerie mit anschliessender Degustation, danach ein Abendessen im Restaurant und eine Übernachtung im dazugehörigen Hotel.

Die Zusammenarbeit zwischen den drei Betrieben drückt sich auch in der Architektur aus. «So sieht man zum Beispiel vom Saal des Restaurants aus, wie das bestellte Bier aus dem Entlebuch in der Brauerei hergestellt wird», erzählt Frauenknecht.

Die Gastgeberinnen des Restaurants Lindenhof: Irène Renggli (links) und Lena Frauenknecht.

Die Gastgeberinnen des Restaurants Lindenhof: Irène Renggli (links) und Lena Frauenknecht.

Bilder: Boris Bürgisser (Entlebuch, 2.Juni 2020)

Um- und Neubau für sieben Millionen Franken

Bis 2015 wurde auf dem Lindenhof-Areal das einstige Kurhaus als Dorfbeiz geführt. Danach kehrte Ruhe ein, bis der Entlebucher Unternehmer Adrian Müller mit der gleichnamigen Immobilien AG das Grundstück samt Lindenhof kaufte. Das Areal wurde in den letzten 15 Monaten umgebaut. Kostenpunkt: rund sieben Millionen Franken.

Nebst Restaurant, Hotel, Brauerei und Brennerei bietet ein Neubau Platz für sechs Wohnungen. Der Lindenhof rühmt sich für eine nachhaltige Energieversorgung. Der Strombedarf von Hotel und Restaurant wird durch eine Solaranlage gedeckt. Und die Wärme wird über eine Wärmerückgewinnung der Brauerei sowie einer Holzschnitzelheizung gewonnen, wie es bei den Betreibern heisst.

Restaurant bietet Platz für bis zu 110 Personen

Zurück zum Restaurant: Dieses will laut Lena Frauenknecht ein «schönes Gastroerlebnis mit saisonalen Produkten aus der Region bieten». Küchenchef wird der Bayer Florian Walcher. Das Restaurant Lindenhof bietet in der Gaststube und im Saal Platz für 110 Personen und verfügt ausserdem über eine grosse Terrasse. Das Hotel hat neun Zimmer für zwei bis vier Personen sowie ein Massenlager. Letzteres ist in zwei Bereiche aufgeteilt – in ein herkömmliches Massenlager und in ein Holzkapsel-System, wie Lena Frauenknecht erklärt.

Die beiden Gastgeberinnen freuen sich nun sehr auf die Eröffnung in gut einer Woche: «Wir haben schon diverse Reservationen erhalten.» Während das Hotel vor allem von Firmen der Region oder von Bikern auf der Herzroute gebucht werde, gibt es für Besichtigungen und anschliessendem Abendessen viele Reservationen von Vereinen oder Kollegengruppen.

«Die Leute wollen nach dem Lockdown raus und sind sehr neugierig auf unser Konzept.»

Gregor Felder ist Geschäftsführer und Mitinhaber der Entlebucher Bier AG, die 2008 gegründet wurde. Er sagt: «Die Eröffnung ist für uns ein Meilenstein. Mit dem Umzug investiert die Entlebucher Bier AG in eine modernere und leistungsfähigere Brauanlage sowie Lager- und Gärtanks.» Ausserdem bedeute die neue Lage an der Hauptstrasse zwischen Luzern und Bern eine bessere Sichtbarkeit.

Laut Felder hat die Brauerei bereits viele Anfragen für Besichtigungen und Brauseminare. Die Anlässe seien ein wichtiger Zusatzverdienst für die Brauerei. «Bei Vereinen und Unternehmen sind solche Anlässe sehr gefragt. Bisher hatten wir leider oftmals zu wenig Platz und mussten eine Absage erteilen.»

Gemeindepräsidentin sieht Nachfrage nach Betten

Vreni Schmidlin-Brun, Entlebucher Gemeindepräsidentin (FDP), freut sich über die Eröffnung des Lindenhofs. «Das ist eine grosse Bereicherung für unser Dorfleben, vor allem natürlich für den Ortsteil Ebnet.» Der Bedarf an zusätzlichen Gastronomie- und Hotellerieangeboten sieht sie durchaus als gegeben an, «gerade für die in Ebnet ansässigen Unternehmen».

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