Beizen und Bars

In Luzern bleibt der Gastroaufstand aus: Polizei meldet keine Vorkommnisse

Einige Restaurants hatten angekündigt, am Montag trotz Verbot des Bundes ihre Betriebe wieder zu öffnen. In Luzern blieben die Restaurants ordnungsgemäss geschlossen. Der Gastro-Präsident steht der Aktion kritisch gegenüber.

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Die Luzerner Beizer hielten sich an die Vorschriften.

Die Luzerner Beizer hielten sich an die Vorschriften.

Patrick Hürlimann (Luzern, 29. 12. 2020)

(cza) Die länderübergreifende Aktion nennt sich «Wir machen auf» und ruft verschiedene Unternehmungen dazu auf, ihren Betrieb wieder zu eröffnen. Die Bewegung organisiert sich via eigene Website und kommuniziert auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Auch hierzulande wollten am Montag Gastronomen ein Zeichen gegen die Verordnungen des Bundes setzen und ihre Beizen aufsperren.

Wie sich am Montag zeigte, setzten viele Wirte aber ihr Vorhaben nicht in die Tat um. So blieb etwa die «Mything Bar» am Hauptplatz in Schwyz entgegen den Ankündigungen geschlossen. In Luzern blieb es genauso ruhig. Die Luzerner Polizei meldete bis am Montagabend keine Vorkommnisse.

Gastro-Präsident: «Die Stimmung ist hoffnungslos»

Ruedi Stöckli, Präsident von Gastro Luzern, hatte am Montag ebenfalls keine Kenntnis von geöffneten Betrieben im Kanton. Ein gewisses Verständnis gegenüber solchen Aktionen, wie sie in anderen Kantonen vereinzelt stattfanden, kann Stöckli zwar schon aufbringen. «Viele Gastronomen sind jetzt am Anschlag, die Stimmung in der Branche ist hoffnungslos.» Er kriege täglich Dutzende Telefonate von verzweifelten Wirtinnen und Wirten, sagt er. Den Betrieb jetzt zu öffnen, sei aber nicht zielführend. Er halte nicht viel davon, unter dem Strich bringe die Aktion nichts. Stöckli appelliert deshalb an die Wirte:

«Warten wir doch nun zuerst ab, was am Mittwoch passiert.»

Am Mittwoch will der Bundesrat eine Lösung für die Gastrobranche präsentieren. Die Forderungen sind klar: Es soll eine Lockerung der Anspruchsberechtigung für Härtefallgelder und A-fonds-perdu-Beiträge geben. Von den Härtefallgeldern profitieren bislang nur Unternehmen, wenn der Jahresumsatz im Vergleich zu den Vorjahren um über 40 Prozent eingebrochen ist. Bei vielen Betrieben ist das nicht der Fall, weil sie zwischen den beiden Lockdowns Einnahmen hatten. Deshalb soll nun auch Geld fliessen, wenn der Umsatzeinbruch nur 30 Prozent beträgt.