Steuererklärung in Luzern: Für Belege gibt’s jetzt eine App

Wer Lohnausweis und andere Belege elektronisch an die Steuerverwaltung übermitteln will, muss die Dokumente bisher einscannen. Neu geht das ganz einfach mit dem Smartphone.

Adrian Venetz
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oBeam heisst die neue App. Künftig können Luzernerinnen und Luzerner mit ihrem Smartphone Belege fotografieren und beim Einreichen der elektronischen Steuererklärung digital mitliefern. «Mit diesem innovativen Tool will die Dienststelle Steuern des Kantons Luzern die Quote der elektronisch eingereichten Steuererklärungen weiter steigern», teilt die Staatskanzlei mit.

Nicht zu verwechseln ist die neue App mit der Steuererklärungssoftware, die bereits rege genutzt wird, um die Steuererklärung elektronisch auszufüllen und einzureichen. «Die App oBeam ist ein weiterer Schritt zur komplett papierlosen Steuererklärung», erklärt Paul Furrer, stellvertretender Leiter der Dienststelle Steuern.

Prominentestes Beispiel ist der Lohnausweis. Diesen konnte man bisher in Papierform einreichen oder mit einem Gerät scannen und als PDF-Dokument hochladen. Mit der App kann der Lohnausweis einfach mit dem Smartphone fotografiert und direkt der elektronischen Steuererklärung beigefügt werden. Das funktioniert auch mit anderen Belegen wie beispielsweise Rentenbescheinigungen oder Belegen zum Abzug der Säule 3a.

Ein Mehrwert für die «Digitale Generation»

Allerdings: Der Kanton Luzern verlangt nur wenige Belege. «Für die allermeisten Positionen der Steuererklärung genügt es in der Regel, die in der Steuersoftware integrierten Aufstellungen auszufüllen», schreibt die Staatskanzlei. Lohnt es sich also, extra eine App zu installieren, um einmal pro Jahr ein paar Dokumente zu fotografieren? Für die «digitale Generation» sei dies durchaus ein Mehrwert, sagt Furrer. Auf dem Weg zu einer komplett digitalen Steuererklärung spare man zudem Geld und schone die Umwelt. Auch spreche nichts dagegen, die App bei Nichtgebrauch zu deinstallieren.

Nutzbar ist oBeam nur im Zusammenspiel mit der Steuererklärungssoftware. «Die App kommt erst beim Upload der Steuererklärungsdaten zur Anwendung», so Furrer. Die Nutzer erhalten einen QR-Code am Bildschirm des PC oder des Notebooks. «Diesen Code scannt man mit der App. Danach muss man nur den Anweisungen der App folgen.»

30 Prozent machen alles elektronisch

Weniger Papierkram wünschen sich nicht nur die Steuerpflichtigen, sondern auch der Kanton. Wie eingangs erwähnt, soll die App helfen, die Quote der komplett elektronisch eingereichten Steuererklärungen weiter zu steigern. Gemäss Paul Furrer präsentieren sich die Quoten für die Steuererklärung 2018 wie folgt: 12 Prozent füllten die ganze Steuererklärung noch von Hand aus. 58 Prozent füllten sie mithilfe der Software aus, druckten sie dann aber aus und schickten sie dem Kanton in Papierform. 30 Prozent nutzten die Möglichkeit, die Steuererklärung direkt aus der Software mittels eFiling elektronisch zu übermitteln.

Was die Sicherheit angehe, sei man auf dem neusten Stand der Technik, betont Paul Furrer. Sämtliche Dokumente der Steuererklärung werden verschlüsselt an den Server des Kantons Luzern übermittelt. Der Kanton Obwalden bietet bereits seit zwei Jahren eine App fürs Fotografieren von Steuerbelegen an. In Nidwalden steht die Einführung einer App kurz bevor. Noch keine App, aber ähnliche Lösungen geplant, haben Zug, Schwyz und Uri.

Hier können Sie die App downloaden.

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