Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Benachteiligung privater Rettungsdienste im Kanton Luzern: Damit soll künftig Schluss sein

Der Rettungsdienst der Zentralschweizer Kantone wird zentralisiert, um noch schneller am Einsatzort zu sein. Beim Pilotprojekt nicht dabei ist der Rettungsdienst Seetal. Das stiess am Dienstag einigen Kantonsräten sauer auf.
Niels Jost

Seit September testen Luzern, Uri, Nid- und Obwalden eine engere Zusammenarbeit ihrer Rettungsdienste. Dabei wurde in Emmen eine temporäre Zentrale für Rettungswagen eingerichtet. Ziel des Pilotprojekts ist es, schneller am Einsatzort zu sein.

Beteiligt sind am gut ein Jahr dauernden Projekt allerdings nur die spitalbasierten Rettungsdienste. Private, wie die Rettungsdienste Seetal oder Küssnacht am Rigi, wurden weder angefragt noch berücksichtigt.

Das stiess am Dienstagmorgen einigen Luzerner Kantonsräten sauer auf. Beat Meister, SVP-Kantonsrat und Arzt aus Hochdorf, forderte in einem Postulat, den Rettungsdienst Seetal unverzüglich ins Pilotprojekt aufzunehmen. «Es kann nicht sein, dass wir viel Geld für ausserkantonale Rettungsdienste ausgeben, während die vorhandenen Ressourcen vor Ort nicht genutzt werden.»

Postulat nur teilweise erheblich erklärt

Meisters Postulat wurde mit 65 zu 45 Stimmen nur als teilweise erheblich erklärt, ganz im Sinne der Regierung. Dafür stimmten die GLP sowie Mehrheiten der Grünen, SP, CVP und FDP. Grund: Es mache keinen Sinn, private Rettungsdienste in das bereits laufende Projekt noch einzubinden.

Ein Teilerfolg war die Abstimmung für Beat Meister aber deshalb, weil die Sprecher der SP, Grünen, FDP und CVP mit dem Grundsatz seines Postulats einverstanden waren. Sie forderten, die weitere Zusammenarbeit mit privaten Rettungsdiensten sei wieder vertieft zu prüfen sobald das Pilotprojekt am 31. Dezember 2019 abgeschlossen ist. «Diese unterliegen dem freien Wettbewerb und sind daher günstiger als jene öffentlicher Institutionen», argumentierte Marianne Wimmer-Lötscher (SP, Ebikon).

Für Christina Reusser (Grüne, Ebikon) und auch Claudia Huser Barmettler (GLP, Luzern) war zudem klar, dass eine Region wie das Seetal bei einem solchen Projekt nicht benachteiligt werden dürfe. Und Angela Pfäffli (FDP, Grosswangen) hielt fest: «Für die Bevölkerung ist es wichtig, dass alle Rettungsdienste nach gleichen Standards arbeiten und den personellen Aufwand optimieren.»

Dasselbe war von der CVP zu hören. Gerda Jung (Hildisrieden) äusserte sich zudem zum durchgeführten Gutachten der Fachhochschule St. Gallen, aufgrund dessen das Pilotprojekt durchgeführt wurde. Jung: «Regionalität und Fairplay spielten bei der Studie offenbar keine Rolle.»

Graf: «Wollen Private nicht querfinanzieren»

Gesundheitsdirektor Guido Graf (CVP) betonte, dass die Zentralschweizer Regierungen und die Kantonsspitäler bestrebt seien, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Mit welchem Rettungsdienst, sei sekundär. Graf: «Der Rettungsdienst Seetal braucht pro Jahr rund 2000 Einsätze, um wirtschaftlich mithalten zu können. Sobald das Pilotprojekt abgeschlossen ist, werden wir die weitere Zusammenarbeit prüfen. Aber wir sind nicht dazu bereit, private Organisationen querzufinanzieren.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.