Beratungsstelle für Sans-Papiers startet

Am Freitag öffnet eine neue Kontakt- und Beratungsstelle für Sans-Papiers in der Stadt Luzern. Das Pilotprojekt ist auf vorerst drei Jahre angelegt.

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Stellenleiterin Regula Erazo (links) und Nicola Neider Ammann, Präsidentin der Katholischen Kirche Luzern. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)

Stellenleiterin Regula Erazo (links) und Nicola Neider Ammann, Präsidentin der Katholischen Kirche Luzern. (Bild: Remo Nägeli / Neue LZ)

Bei der offiziellen Eröffnung zeigte sich Stadtpräsident Urs W. Studer erfreut, dass nun nach dem Vorbild anderer Städte auch in Luzern eine Anlaufstelle für Menschen in dieser schwierigen Situation besteht: «Wenn über 7‘000 Personen in unserem Kanton betroffen sind, kann unsere Gesellschaft nicht einfach darüber hinweg sehen.» Vereinspräsidentin Nicola Neider von der Katholischen Kirche Luzern berichtete von vielen Einzelschicksalen, denen sie begegnet sei und für die sie nun endlich eine verlässliche Anlaufstelle kenne.

Die Stelle informiert und unterstützt Menschen ohne geregelten Aufenthalt im Blick auf ihre Rechte, vertritt deren Interessen und sucht eine Lösung für den Aufenthaltsstatus. Von den Situationen im Beratungsalltag sollen auch Bevölkerung und Behörden erfahren. «Die Gesellschaft muss zur Kenntnis nehmen, dass es sich um eine recht hohe Zahl von Frauen, Männern und Kindern handelt, die im Alltag unter Unsicherheit und deshalb auch oft unter sozialen und gesundheitlichen Problemen leiden», betonte Gründungspate Sepp Riedener.

Die Stelle orientiert sich an den Grund- und Menschenrechten und bewegt sich im Rahmen der Schweizer Rechtsordnung. Dabei wird sie unter anderem von der Luzerner Rechtsprofessorin Martina Caroni als Gründungspatin unterstützt. Geleitet wird die Stelle in einem 50-Prozent-Pensum von Regula Erazo.

Der Vereinsvorstand hat für die neu geschaffene Stelle eine Pilotphase von drei Jahren festgelegt. In dieser Zeit soll – mit wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule Luzern Soziale Arbeit – geprüft werden, in welchem Mass der Bedarf für die Stelle gegeben ist. Dem Trägerverein gehören über 60 Privatpersonen aus Wirtschaft, Politik und Kirchen sowie Amnesty International Sektion Luzern, Caritas Luzern, Christkatholische Kirche Luzern, Demokratische Juristen Luzern, Katholische Kirche Luzern, Luzerner Asylnetz, Luzerner Gewerkschaftsbund, Reformierte Teilkirchgemeinde Horw, SAH Zentralschweiz, Schweizerischer Katholischer Frauenbund Luzern und der VPOD an.

pd/rem

Hinweis:
Die Stelle ist jeweils am Dienstag und Freitag jeweils von 15 bis 20 Uhr offen. Eine Voranmeldung ist nicht nötig.