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BEREITS AUSGEBUCHT: Kinder- und Jugendklinik in Kriens schafft acht neue Plätze

Die psychiatrische Kinder- und Jugendklinik platzt aus allen Nähten. Deshalb wird das Angebot ab dem 1. April ausgebaut. Doch die acht zusätzlichen Plätze sind bereits ausgebucht – die Wartezeiten sind lang.
Chefarzt Thomas Heinimann vor dem Klinikgebäude in Kriens. (Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 28. März 2017))

Chefarzt Thomas Heinimann vor dem Klinikgebäude in Kriens. (Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 28. März 2017))

Urs-Ueli Schorno
ursueli.schorno@luzernerzeitung.ch

Die seelische Krise kennt kein Alter. Depressionen, Traumata und Angstzustände treffen verstärkt auch Kinder und Jugendliche. Das zeigt das Beispiel der Luzerner Psychiatrie (Lups): Mit einer Erweiterung des Tagesklinikangebotes bietet sie ab dem 1. April in Kriens an der Fenkernstrasse zusätzlich acht Plätze für Jugendliche bis 18 Jahre.

Bisher waren viele Leistungen nur für Kinder bis zur Primarstufe verfügbar. Das Angebot umfasst die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung, Betreuung, schulische und arbeitstherapeutische Angebote. Die Plätze sind für junge Menschen reserviert, die an einer ausgeprägten psychischen Störung leiden und bei denen die ambulanten therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten, wie sie etwa in Wolhusen angeboten werden, ausgeschöpft sind. Für das neu geschaffene Angebot stehen 840 Stellenprozente zur Verfügung.

Grundversorgung in Gefahr

«Wir haben aus einer Not heraus gehandelt», sagt Thomas Heinimann, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Kriens. «Die Lups musste dringend Kapazitäten schaffen, um den Grundversorgungsauftrag im kinder- und jugendpsychiatrischen Bereich zu erfüllen», betont er.
Doch auch der jetzige Ausbau deckt den hohen Bedarf nicht ab. Bisher werden 14 stationäre Plätze angeboten. Allein in der Jugendpsychiatrischen Therapiestation wurden im vergangenen Jahr 54 stationäre und 7 Tagesklinik-Patienten behandelt. Insgesamt fanden zudem 84 Vorgespräche statt, bei denen es um eine mögliche Aufnahme ging. «Der Anmeldedruck ist hoch, auch deshalb haben wir unser Angebot ausgebaut», so Heinimann. Die acht Behandlungsplätze sind auf den Zeitpunkt der Inbetriebnahme denn auch bereits besetzt. «Die Wartezeiten sind lang», sagt Heinimann. Meist bleiben die Jugendlichen einige Monate in Behandlung.

Die Therapiestation Kinder- und Jugendpsychiatrie in Kriens gibt es seit 2001, sie steht Kindern und Jugendlichen aus der ganzen Zentralschweiz offen. Die Räumlichkeiten werden von der Ökumenischen Wohnbaugenossenschaft Luzern zur Verfügung gestellt.

Monatelang nicht mehr zur Schule gegangen

Die Patienten besuchen während der therapeutischen Behandlung die interne Sonderschule oder
die ebenfalls neue Arbeitsagogik. Der Ablauf in der Schule könne nicht mit einer Regelschule verglichen werden, sagt Heinimann. «Wir bieten einen individualisierten Unterricht, der auf die schulischen Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten ist», betont er. «Manchmal war der Jugendliche Wochen oder Monate lang nicht in der Schule.» Er müsse deshalb zunächst an die Anforderungen der Therapiestation und der internen Schule herangeführt werden, wobei die Trennung vom Elternhaus und die Eingewöhnung in die Gruppe ein wichtiger Schritt sei.

Im Zuge der Erweiterung werden die bisher getrennten Tagesangebote für Kinder und Jugendliche organisatorisch zusammengelegt. Durch die Erweiterung des Behandlungsangebotes können teilweise stationäre Behandlungen und damit auch ausserkantonale Platzierungen vermieden werden. «Ein Übergang der einen Behandlungsform in die andere ist nun Hand in Hand möglich, also etwa von einer stationären zu einer teilstationären Behandlung und umgekehrt», erklärt Heinimann.

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