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Berggebiete: Das «Disneyland» polarisiert

Wie sollen sich unsere Berggebiete entwickeln? Darüber herrschte am gestrigen Podium «Die Alpen zwischen Wildnis und Disneyland» im Natur Museum Luzern Uneinigkeit. Dennoch wurden Lösungsansätze diskutiert.
Niels Jost
Besucher einer chinesischen Reisegruppe auf der Rigi. Bild: Boris Bürgisser (20. April 2018)

Besucher einer chinesischen Reisegruppe auf der Rigi. Bild: Boris Bürgisser (20. April 2018)

Ob Rigi, Titlis oder Pilatus – unsere Berggebiete befinden sich im Klinsch: Einerseits müssen sie sich in einem hart umkämpften Markt beweisen und Millionen in neue Infrastruktur und Angebote investieren, um weiterhin für Touristen attraktiv zu bleiben. Andererseits müssen sie Acht geben auf die Bedürfnisse der Bevölkerung und die Natur.

Dieses Spannungsfeld gilt es zu lösen. Darüber waren sich die Teilnehmer des gestrigen Podiums «Die Alpen zwischen Wildnis und Disneyland» im Natur Museum Luzern einig. Nur: wie? Diese Frage ist derzeit brandaktuell, wie Dominik Siegrist, Leiter des Kompetenzzentrums Infrastruktur und Lebensraum an der Hochschule Rapperswil, in seinem Inputreferat vor den rund 50 Anwesenden erwähnte. Denn: «Das Bedürfnis, in unserer Freizeit in die Wildnis zu gehen, ist heute viel grösser als noch vor 20 Jahren.» Entsprechend nehme die Polarisierung zwischen dem Tourismus in den Bergen und der Landschaft und seiner Bevölkerung zu.

«Angebote versperren unsere Landschaft»

Wie man diesem Problem begehen sollte, ist für René Stettler klar: «Wir müssen lernen, unsere Landschaft nicht mit zusätzlichen Angeboten zu versperren», sagte der Kulturwissenschaftler und Initiant der Petition «Nein! zu Rigi-Disney-World». Anderer Meinung war Norbert Patt, Geschäftsführer der Titlis Bahnen. Ihm zufolge sind Berggebiete auf ein touristisches Angebot angewiesen. Alleine eine schöne Aussicht zu haben, reiche nicht. «Ein Skifahrer, der schon x-mal auf dem Berg war, will etwas erleben.» Patt ist aber auch der Überzeugung, dass der Massentourismus und der Schutz der Landschaft koexistieren können. Dies, indem die Gebiete, wo sich Touristen aufhalten dürfen, klar abgrenzen – etwa von Naturschutzgebieten.

Patt ging sogar einen Schritt weiter. Nach einer entsprechenden Frage von Moderator Urs Steiger, Wissenschaftsjournalist aus Luzern, plädierte er dafür, den Tourismus im Alpenraum zu konzentrieren. Sprich: Den Mut zu haben, touristische Anlagen in kleinen Gebieten, die ohnehin nicht rentieren, rückzubauen. In die gleiche Kerbe schlug Dominik Siegrist: «Wenn eine Gemeinde jedes Jahr in ein Berggebiet investieren muss, ist das nicht nachhaltig.» Diese Idee sei allerdings kaum umsetzbar, sagte Matthias Imdorf, Strategie- und Konzeptentwickler der Erlebnisplan AG aus Luzern. Denn jedes noch so kleine Gebiet habe seinen Rückhalt, sei es von einem Mäzen oder eben von der Bevölkerung.

Preisabsprachen zwischen den Berggebieten?

Ebenso diskutiert wurde der Vorschlag von René Stettler, stärkere Preisabsprachen zwischen den Zentralschweizer Berggebieten abzuhalten. Damit könnten sie die Preise gerade für die Touristen aus Übersee hoch halten. Titlis-Geschäftsführer Patt würde anderswo ansetzen. Verloren gehe das Geld nämlich durch die Vergütung von GA oder Halbtax – bei Schweizer Kunden.

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