Berghof St. Urban: Übergangsheim schrieb jährlich Defizit von 50'000 Franken

Im Spätherbst hat die Luzerner Psychiatrie die Schliessung des Übergangsheims Berghof in St. Urban mitgeteilt. SVP-Kantonsrat Robi Arnold (Mehlsecken) wollte in einer Anfrage von der Regierung die Gründe dafür erfahren.

Evelyne Fischer
Drucken
Teilen
14 Hektaren umfasst der Berghof in St. Urban. (Bild: Boris Bürgisser, 16. November 2018)

14 Hektaren umfasst der Berghof in St. Urban. (Bild: Boris Bürgisser, 16. November 2018)

Die Luzerner Regierung hat am Dienstag ihre Antwort auf die Anfrage von SVP-Kantonsrat Robi Arnold (Mehlsecken) veröffentlicht. Dieser zufolge hat bei der Schliessung des Berghofs unter anderem die Finanzierung eine gewichtige Rolle gespielt: Krankenkassen übernehmen Leistungen von spitalbedürftigen Patienten. Viele der einst 15 Berghof-Bewohner waren aber weder ausschliesslich spital-, betreuungs-, noch pflegebedürftig – sondern irgendwo «dazwischen». Bis anhin konnte die Luzerner Psychiatrie (Lups) für sie einen Langzeittarif aushandeln, mit dem neuen Tarifsystem Tarpsy ist dies nicht mehr möglich.

2017 stellte die Lups den Kostenträgern rund 1,1 Millionen Franken in Rechnung, davon übernahm der Kanton 55 Prozent, die Krankenversicherer den Rest. Laut der Vorstossantwort hat der Berghof von 2014 bis 2017 im Schnitt ein Defizit von 50'000 Franken jährlich verursacht. Mit der Umsetzung des Arbeitsgesetzes hätte die Lups den Personalschlüssel erhöhen müssen: Das Defizit wäre auf rund 340'000 Franken gestiegen. Für Mehrkosten hätte zudem der Sanierungsbedarf gesorgt.

Berghof-Patienten auch in ausserkantonalen Heimen

Heute sind zwölf einstige Berghof-Patienten in kantonalen und ausserkantonalen Institutionen untergebracht, zwei in der Klinik St. Urban. Zu den Kosten schreibt die Regierung:

«In der Summe dürfte der Kanton entlastet werden.»

Der 14 Hektaren umfassende Berghof wird seit 1. März teilweise an CVP-Kantonsrat Thomas Grüter verpachtet, voraussichtlich bis Ende 2020. Eine Studie soll aufzeigen, welche baulichen Massnahmen nötig sind, um den Berghof künftig wieder als Landwirtschaftsbetrieb zu betreiben.

Berghof: Heimschliessung wird zum Politikum

Das Übergangsheim Berghof der Luzerner Psychiatrie ist zu. Die Umstände rund um die Schliessung werden jetzt zum Politikum. In einem Vorstoss fordert SVP-Kantonsrat Robi Arnold Antworten von der Luzerner Regierung