Bergungsübung am Pilatus

Wie werden Fahrgäste am Pilatus aus einer Seilbahn evakuiert? In einem Bergungssack oder mit einer Bergungskabine. Das muss jährlich geübt werden.

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Die Rettungsübung der Pilatus-Bahnen fand am Mittwoch im Rahmen der Revision der Bahn zwischen der Fräkmüntegg und Pilatus Kulm statt. Laut der Schweizer Seilbahnverordnung muss mindestens einmal im Jahr eine Bergung geübt werden, damit nachgewiesen ist, dass sie sicher und rechtzeitig erfolgen kann. Trainiert wurden laut Mitteilung der Pilatus-Bahnen der Bergungsablauf, die Handhabung der Bergungsgeräte und das Bergen aus den Kabinen. Bestandteile der Bergung sind auch Sanitäts- und Feuerwehrübungen.

Bergungssack oder Bergungskabine

In der Luftseilbahn am Pilatus können Passagiere mit einem gelben Bergungssack oder einer Bergungskabine geborgen werden (siehe Bildergalerie) – notfalls auch mit einem Helikopter. Die Bergungskabine verfügt über ein eigenes Seil und kann über einen Dieselmotor die Passagiergondel erreichen. Alternativ können die Passagiere über einen gelben, schlauchförmigen Behälter, der an einer Seilwinde an der Decke der Seilbahnkabine hängt und durch ein Loch im Boden ins Freie ragt, evakuiert werden.

Wenn die Sonne hinter den Bergen aufgeht, gönnt sich der Seilbahn-Mitarbeiter Claude Wigert jeweils eine kurze Arbeitspause. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
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Seilbahn-Mechatroniker Claude Wigert ist unterwegs, um die Zwischenaufhängungen der Seilbahn zu kontrollieren und zu richten. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Wenn die Sonne hinter den Bergen aufgeht, gönnt sich der Seilbahn-Mitarbeiter Claude Wigert jeweils eine kurze Arbeitspause. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Seilbahnen: Sichere Verkehrsmittel

Solche Bergungen werden auch durchgeführt, um die Angestellten der Bahnen in kritischen Situationen zu schulen. Selbst wenn Seilbahnen gemäss einer Statistik des Bundesamts für Verkehr sichere Verkehrsmittel sind: Auf eine Milliarde Fahrgäste ist mit zwölf Unfalltoten zu rechnen. Trotz regelmässiger Kontrollen kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Die Unfallstatistik des Bundes zeigt: Im Jahr 2000 fanden bei Luftseilbahnen 15 Unfälle statt. Dabei wurde eine Person getötet, 14 wurden verletzt. 2007 kam es gar zu 27 Unfällen. 7 Personen wurden dabei verletzt. Im letzten Jahr ist es lediglich zu drei Unfällen gekommen. Dabei wurden vier Personen verletzt. In der Zentralschweiz ereignete sich das letzte schwere Seilbahnunglück im Februar 2009: In Seelisberg war eine Gondel der Luftseilbahn Seelisberg–Alp Weid abgestürzt. Ein kleines Kind wurde dabei verletzt.

Revision abgeschlossen

Die Revision der Pilatus-Bahnen dauerte drei Wochen und ist am Freitag abgeschlossen. Unter anderem werden bei einer Revision Seile kontrolliert, geschmiert und geputzt, Rollen ersetzt und das Getriebe gründlich überprüft. Am Samstag, 12. November, nehmen die Pilatus-Bahnen den Betrieb der Luftseilbahn wieder auf. Während der Revision in Betrieb war die Zahnradbahn: Sie verkehrt vor der Winterpause noch bis zum 20. November.

rem/bat