BERMUDA: Salle Modulable: Keine Einigkeit

Der 120-Millionen-Franken-Prozess ist weiter hart umkämpft. Auch die Erfolgsprämie an eine Londoner Firma gibt zu reden.

Hugo Bischof
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Gerichtsgebäude in Hamilton, der Hauptstadt von Bermuda. (Bild: John Dawson)

Gerichtsgebäude in Hamilton, der Hauptstadt von Bermuda. (Bild: John Dawson)

Nach zweitägiger Dauer ging am Freitag abend im Inselstaat Bermuda die Nachverhandlung zum Fall Salle Modulable zu Ende. Noch hat der Richter seinen Entscheid nicht bekanntgegeben. Dies soll im Verlauf der kommenden Tage oder Wochen geschehen. Offenbar sind sich die Luzerner Stiftung Salle Modulable und der Butterfield Trust im Streit um die Auszahlung der 120-Millionen-Franken-Spende für den Bau eines flexiblen Musiktheaters in Luzern keinen Schritt näher gekommen. Bei den Zusatz-Hearings ging es unter anderem darum, die Bedingungen für die vom Richter verlangte zusätzliche Machbarkeitsstudie für die Realisierung des Projekts festzulegen.

Warum nicht Bermuda-Recht?

«Die Gegenseite versucht nach wie vor, das ganze Urteil umzudrehen», sagt Andreas Hildenbrand, Sprecher der Stiftung Salle Modulable. Der Butterfield Trust kritisiert unter anderem, dass für das Urteil Schweizer Recht, nicht Bermuda-Recht angewendet wurde. Der Richter begründete dies damit, dass die zwischen Stiftung und Trust begründete Schenkung Engelhorns überwiegend im Kanton Luzern, also in der Schweiz zum Tragen komme. Hätte er Bermuda-Recht angewendet, das räumt der Richter ein, hätte er die Klage der Stiftung abweisen müssen.

Brisant ist eine weitere Frage, die den Rahmen der Nachverhandlung sprengt. Die Stiftung Salle Modulable schloss einen Deal mit der Lononder Firma Harbour Litigation Funding ab. Diese finanziert die Prozesskosten der Stiftung. Als Gegenleistung erhält sie im Erfolgsfall einen Prozentsatz der Streitsumme – wohl zwischen 20 und 30 Prozent. Das wäre eine Erfolgsprämie von nicht weniger als 23 bis 33 Millionen Franken. Dass ein beträchtlicher Teil der Schenkung nun als Bonus für gewiefte Anwälte nach London fliessen soll, ist umstritten. Die Alternative wäre, dass die «Harbour»-Erfolgsprämie vom Trust finanziert würde. «Völlig ausgeschlossen», sagt dazu Trust-Sprecher Sacha Wigdorovits.