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BEROMÜNSTER: Geld für Pisten-Sanierung fehlt

Beim Flugplatz Beromünster ist vor einem Monat ein Flugzeug abgestürzt. Laut Flugplatzbetreiberin wäre der Unfall bei einer besseren Piste nicht passiert.
Susanne Balli
Blick auf den Flugplatz Beromünster; hier während der «Flügerchilbi» im vergangenen Sommer. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Blick auf den Flugplatz Beromünster; hier während der «Flügerchilbi» im vergangenen Sommer. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die Graspiste des Flugplatzes Beromünster soll «in absehbarer Zeit sanft saniert werden». Dies sagt Hans Rudolf Müller, Verwaltungsratspräsident der Flubag AG. Diese betreibt den Flugplatz Beromünster. Vor über einem Jahr, nachdem bekannt geworden war, dass das Projekt einer befestigten Asphaltpiste abgebrochen wird (siehe Kasten), hatte die Flubag gegenüber unserer Zeitung verlauten lassen, eine Sanierung der Graspiste sei notwendig. Man werde in den nächsten Monaten alternative Lösungen erarbeiten.

Mittlerweile ist über ein Jahr vergangen, neue Lösungen sind aber noch nicht in Sicht. Dies aufgrund der finanziellen Situation. Wie Müller sagt, wäre es kein Problem gewesen, Investoren für eine Asphaltpiste zu finden. «Wir standen mit potenziellen Investoren in Kontakt.» Anders sehe es für die Sanierung der Graspiste aus. «Die Geldbeschaffung gestaltet sich schwieriger. Denn diese Lösung ist qualitativ nicht gleichwertig wie eine Asphaltpiste und dadurch für Investoren weniger attraktiv.»

Müller glaubt, dass mit einer Asphaltpiste oder einer qualitativ hochwertigen Graspiste die Sicherheit auf dem Flugplatz Beromünster grösser wäre.

Vor gut einem Monat, am 13. Dezember, ereignete sich in Beromünster ein Flugunfall. Ein mit vier Fallschirmspringern beladenes Kleinflugzeug stürzte während des Startmanövers aus geringer Höhe ab. Gemäss Angaben von Hans Rudolf Müller erreichte das Flugzeug die zum Abheben und Steigen erforderliche Geschwindigkeit infolge der schlechten Piste nicht. Drei der Insassen wurden leicht verletzt, darunter auch der 63-jährige Pilot.

Flugplatz zu wenig sicher?

Das war nicht der einzige Vorfall im letzten Jahr. Laut Hans Rudolf Müller gab es noch einen zweiten kleineren Unfall. «Die beiden Vorfälle wären mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit bei einer Piste mit guter Bodenbeschaffenheit nicht passiert», sagt Müller. Dies, weil der Widerstand einer weichen Graspiste viel grösser sei als bei einer Asphalt- oder harten Graspiste. Genügt der Flugplatz Beromünster also den Sicherheitsanforderungen nicht? Das verneint Müller. Sicherlich hätten auch falsche Beurteilungen der Pistenverhältnisse durch die Piloten zu den Unfällen geführt, sagt er.

Die Frage, ob es bei Flugplätzen mit Graspisten zu mehr Unfällen kommt als bei jenen mit befestigten Pisten, kann die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (Sust) nicht beantworten. Um eine Unfallrate zu erhalten, müsste man laut Daniel W. Knecht, Leiter der Geschäftsstelle, die Anzahl Unfälle pro Flugplatz in Beziehung zu den Verkehrszahlen stellen. Und es bräuchte einen Vergleich mit weiteren Flugplätzen. «Die Verkehrszahlen der einzelnen Flugplätze sind uns nicht bekannt», so Knecht. Bekannt ist hingegen die Zahl der Unfälle. Gemäss der Sust-Homepage hat es innerhalb der letzten 30 Jahre beim Flugplatz Beromünster neun Unfälle gegeben, die von der Sust untersucht wurden.

Anforderungen erfüllt

Für aufsichtsrechtliche Aspekte bei Flugplätzen ist das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) verantwortlich. Anton Kohler, Kommunikationsbeauftragter beim Bazl, sagt: «Die Infrastruktur in Beromünster entspricht den Anforderungen der Internationalen Zivilluftfahrtsorganisation. Dies gilt insbesondere auch für die Pistenmarkierungen und den Freiraum um die Piste herum, für den Fall, dass ein Flugzeug von der Piste abkommt.» Für verantwortungsbewusste und kompetente Piloten sei der Flugplatz Beromünster nicht schwieriger anzufliegen als andere Flugfelder mit Graspiste. «Eine Sanierung der Graspiste ist auf der Basis der Informationen des Bazl nicht notwendig», so Kohler weiter.

Ob im jüngsten Fall Fehler des Piloten oder andere Faktoren zum Unfall geführt haben, ist noch unklar. Die Sust führt derzeit die Ermittlungen.

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