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BEROMÜNSTER: Kern des Fleckens soll entlastet werden

Seit fast 50 Jahren plant Beromünster für den Flecken eine Umfahrungsstrasse. Gegen die aktuellen Pläne regt sich nun bei den Anwohnern Widerstand.
Roseline Troxler
Auf den Strassen des historischen Kerns von Beromünster ist zu den Hauptverkehrszeiten einiges los. Dieses Bild wurde am Freitagnachmittag aufgenommen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Auf den Strassen des historischen Kerns von Beromünster ist zu den Hauptverkehrszeiten einiges los. Dieses Bild wurde am Freitagnachmittag aufgenommen. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Seit Ende 2009 wird in Beromünster eine mögliche Westumfahrung für den Flecken ausgearbeitet. Bereits seit Jahrzehnten wird eine Entlastungsstrasse für den national geschützten Ortskern diskutiert. Mehr als 8000 Fahrzeuge passieren den Flecken heute täglich. Der motorisierte Verkehr schadet dem historischen Zentrum durch Erschütterung und Abgase. Laut einem technischen Bericht, welchen die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur in Auftrag gegeben hat, soll die Zahl der Fahrbewegungen bis 2030 auf 10 000 pro Tag ansteigen. In den letzten Jahren lagen mehrere Varianten für eine Umfahrung des Fleckens auf dem Tisch. Sie alle wurden jedoch wieder verworfen.

Kosten von 7,7 Millionen Franken

Nun wird ein neuer Anlauf genommen. Durch die neue Strasse wird der Verkehr vom Aargau in Richtung Sursee und umgekehrt nicht mehr den Flecken passieren. Der Strassen- und Baulinienplan führt über das Gebiet Bifang, das Gebiet Schuelgass und die Grube Chällermatt (siehe Karte). Das für die Westumfahrung vorliegende Projekt kostet 7,7 Millionen Franken. Gemeindepräsident Charly Freitag sagt: «Die Einwohner von Beromünster sind sich einig: Wir müssen das Projekt nun anpacken.»

Bei der geplanten Umfahrungsstrasse handelt es sich um eine Kantonsstrasse. Der Kanton trägt die Verantwortung und die Kosten. Der Bau der Umfahrung befindet sich auf dem Bauprogramm für die Kantonsstrassen momentan im Topf B. «Die geplante Strasse sollte sich in kurzer Zeit in den Topf A verschieben», sagt der Freitag, der für die FDP im Kantonsrat sitzt. Nebst der Westumfahrung ist auch eine Ostumfahrung geplant. Das 15,5 Millionen Franken teure Projekt befindet sich zurzeit im Topf C.

Gemeinde brachte Vorschläge ein

Seit Dezember 2009 wird laut Freitag an den Gemeindeversammlungen regelmässig über das Projekt Westumfahrung informiert und Raum zum Austausch geboten. Der Gemeindepräsident sagt: «Wir haben beim Kanton Luzern angeregt, dass für interessierte Bürger eine Begleitkommission gegründet wird.» In bisher sieben Sitzungen hätten sich rund 30 Einwohner zum Projekt geäussert.

Der Strassen- und Baulinienplan lag bis zum 19. März öffentlich auf. Laut Charly Freitag sind gegen den Strassen- und Baulinienplan 16 Einsprachen sowie eine schriftliche Stellungnahme eingegangen. Der Gemeindepräsident sagt dazu: «Ich bin froh um die Einsprachen. So können wir Fragen direkt klären.» Die Einsprachen werden nun an den Kanton weitergeleitet. Danach werden Verhandlungen geführt.

Knotenpunkte nahe bei Schulen

In den Quartieren, in denen die Umfahrungsstrasse durchführen soll, gibt es kritische Stimmen, obwohl die Anwohner die Notwendigkeit für eine Entlastungsstrasse sehen. Joseph Suter sagt: «Ich befürworte den Bau einer Strasse, das Vorgehen aber stösst mir sauer auf.» Die Strasse sei geplant worden, ohne dass Grundrechte, wie etwa das Wegrecht, genügend berücksichtigt worden seien. Peter Suter sagt: «Ich führe im betroffenen Gebiet eine Zahnarztpraxis. Durch die Strasse würde die Hälfte der Parkplätze aufgehoben.» Daher habe die Umfahrungsstrasse grosse Auswirkungen auf seine wirtschaftliche Existenz.

Tino Renggli kritisiert vor allem die Lage der Knotenpunkte der Entlastungsstrasse. Sie würden sich in der Nähe der Schulhäuser Linde in Gunzwil, der Primar- und Sekundarschulhäuser Beromünster und der Kantonsschule Beromünster befinden. «Beim geplanten Knoten ‹Schuelgasse› treffen an der Kreuzung Schulkinder und 40-Tönner aufeinander.» Dies sei unverantwortlich. Auch Getzmann sieht beim Schulhaus Linde ein Problem: «Durch die Umfahrungsstrasse wird die Zufahrtsstrasse zum Gewerbegebiet neu über das Schulareal geführt.» Das heute geltende Fahrverbot für Lastwagen würde aufgehoben. Renggli fürchtet weiter, dass durch die Strasse 100 Meter hinter dem Flecken wertvolles Entwicklungspotenzial verbaut würde. Mehrere Beromünsterer hätten sich daher eine weiträumigere Umfahrung gewünscht.

Problematisch könnte auch sein, dass das vorgesehene Strassentrassee die Deponie Chällermatt an einer Stelle tangiert, die belastet ist. Deshalb musste die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur baurechtliche und geotechnische Abklärungen treffen. Diese ergaben, dass die Realisierung mit besonderen Vorsichtsmassnahmen möglich ist. Trotzdem fürchten Peter Suter und Marc Getzmann: «Für die Kosten, welche beim Anschneiden der Deponie anfallen würden, müsste wohl die Gemeinde aufkommen.»

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