Beromünster plant mit vier Projekten für die Zukunft

Ein neues Altersheim, eine Dreifachturnhalle, ein Parkhaus und die Umfahrung des «Fleckens»: Dafür wird nun in Beromünster mit der Ortsplanungsrevision die Grundlage gelegt.

Niels Jost
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Das Zentrum von Beromünster soll mit einer Umfahrungsstrasse entlastet werden.

Das Zentrum von Beromünster soll mit einer Umfahrungsstrasse entlastet werden.

Symbolbild: Corinne Glanzmann

Fast sieben Jahre dauert sie nun schon, die Revision der Ortsplanung von Beromünster. Seit 2013 beschäftigt sich der Gemeinderat mit dem zukunftsweisenden Dossier. Die zweite öffentliche Auflage ist kürzlich zu Ende gegangen. Nun wird das Planwerk abgeschlossen und am 16. März der Gemeindeversammlung vorgelegt.

Die Stimmbürger können dann den Grundstein für die künftige Entwicklung ihrer Gemeinde legen – insbesondere für vier Grossprojekte, für welche, die dafür notwendigen Bauzonen geschaffen werden:

  • Dreifachsporthalle mit Feuerwehrstützpunkt und Zivilschutzanlage: Diese soll auf der Wiese neben dem Schulhaus Linden gebaut werden. «Bedarf nach einer neuen Turnhalle haben sowohl die Primar- und Sekundarschule als auch unsere Vereine», sagt Gemeindepräsident Hans-Peter Arnold. Auch die Feuerwehr Michelsamt brauche mehr Platz, so der FDP-Politiker. Der Kredit von rund 15 Millionen Franken kommt voraussichtlich im September an die Urne. Der Baustart ist dann im Jahr 2021 oder 2022, der Bezug ist auf das Schuljahr 2022/23 hin vorgesehen.
So könnte die neue Dreifachturnhalle in zwischen Beromünster und Gunzwil aussehen.

So könnte die neue Dreifachturnhalle in zwischen Beromünster und Gunzwil aussehen.

Visualisierung: Gemeinde Beromünster, Arge Studio Cornel Staheli & GOA Architekten, Zürich
  • Neubau Alters- und Pflegeheim: Hinter dem heutigen Busbahnhof ist in einer ersten Phase eine Überbauung mit zwei Baukörpern geplant. Darin sollen sowohl das neue Alters- und Pflegeheim Platz finden, als auch Alterswohnungen mit Dienstleistungen und eine Cafeteria. Die Kosten sind noch unklar, der Baubeginn ist 2021 vorgesehen. Mittelfristig wird sich dieses Gebiet als Mischzone mit Dienstleistungs- und Wohnnutzungen erweitern.
  • Parkhaus Busbahnhof: Bis 2023 muss der Busbahnhof in Beromünster behindertengerecht sein. So müssen beispielsweise die Haltekanten umgebaut werden. Im Zuge dieser Arbeiten sollen unterirdische Parkplätze erstellt werden. Dies einerseits für den öffentlichen Gebrauch, andererseits für das neue Alters- und Pflegeheim. «Hier möchten wir Synergien nutzen», sagt Arnold. An den Kosten von rund 4,4 Millionen Franken wird sich der Kanton an den Anpassungen des Busbahnhofes beteiligen.
  • Umfahrung «Flecken»: Nach jahrelangen Forderungen wird die Entlastungsstrasse des Dorfkerns von Beromünster nun konkret. Für 60 Millionen Franken plant der Kanton den «Flecken» vom Schwer- und Durchgangsverkehr zu entlasten. Dafür wird unter anderem eine Brücke über die Wyna gebaut. Das Grossprojekt wird im Herbst aufgelegt, 2022 soll die Stimmbevölkerung des Kantons über den Kredit befinden. Baustart ist frühestens Ende 2023.
Hier, rot markiert, soll die Entlastungsstrasse um den «Flecken» durchführen.

Hier, rot markiert, soll die Entlastungsstrasse um den «Flecken» durchführen.

Bild: Kanton Luzern, vif

Aus- und Einzonungen geben zu reden im Dorf

Doch nicht nur für diese grossen Bauprojekte legt die Ortsplanung die Grundlage. Ganz generell wird mit ihr festgelegt, wo die 6700-Einwohner-Gemeinde künftig wachsen soll – und wo nicht. Das von Kanton und Bund vorgeschriebene Credo lautet dabei: innere Verdichtung. So muss beispielsweise Bauland an peripheren Gebieten ausgezont werden. Betroffen sind 13 Grundstücke in Gunzwil und Schwarzenbach. Hans-Peter Arnold sagt dazu:

«Die Verhandlungen waren sehr intensiv, doch wir sind schliesslich mit allen Betroffenen einig geworden.»

Die Auszonungen werden mit Einzonungen im Zentrum kompensiert – unter dem Strich behält die Gemeinde also ihre Baulandfläche. «Die eingezonten Flächen sind eine grosse Chance für uns, damit können wir dem verdichteten Bauen gerecht werden.» Dies nicht zuletzt deshalb, weil die Gemeinde einen Teil dieser Grundstücke erwerben kann. Diese möchte sie künftig privaten Bauherren wieder veräussern oder im Baurecht übergeben, verknüpft mit der Bedingung, ab wann das Grundstück frühestens bebaut werden darf.

Dafür wurde der Gemeinderat an der vergangenen Gemeindeversammlung im Dezember kritisiert. Arnold erklärt jedoch: «Durch die Kaufrechtsverträge können wir die Bautätigkeit und damit das Wachstum steuern.» Der Gemeinderat strebe ein jährliches Wachstum von rund einem Prozent an. Dies wurde 2017 in zwei öffentlichen Mitwirkungsveranstaltungen vom Stimmvolk entsprechend definiert.

Total sind 33 Einsprachen eingegangen

Noch ist die Ortsplanung also nicht in trockenen Tüchern. Gegen die zweite Auflage von Mitte Dezember sind 6 Einsprachen eingegangen, bei der ersten Auflage vor gut einem Jahr waren es 37, einige davon sind noch hängig. Diese gilt es nun zu bereinigen. «Wir versuchen, mit allen Parteien eine Lösung zu finden», sagt Gemeindepräsident Arnold.

Gelingt das nicht, muss die Gemeindeversammlung im März über die verbleibenden Einsprachen befinden. Arnold hofft, dass die Bevölkerung dabei das grosse Ganze nicht aus den Augen verliert. «Die Ortsplanung ist ein komplexes und zusammenhängendes Konstrukt. Wird ein Teil geändert, kann dies das ganze Gebilde zum Einsturz bringen.»