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BEROMÜNSTER: Politiker weibeln für Solarstrom

Politiker und Unternehmer sind sich einig: Das Potenzial der Solarenergie ist riesig. Warum es nicht ausgeschöpft wird, weiss alt Bundesrat Moritz Leuenberger.
Roseline Troxler
Alt Bundesrat Moritz Leuenberger hielt gestern im ehemaligen Landessender Beromünster vor rund 100 Personen eine Rede zur Energiepolitik. (Bild Pius Amrein)

Alt Bundesrat Moritz Leuenberger hielt gestern im ehemaligen Landessender Beromünster vor rund 100 Personen eine Rede zur Energiepolitik. (Bild Pius Amrein)

Nur 1 Prozent der Energie im Kanton Luzern stammt von der Sonne. Spielt die Solarenergie für die Energiewende dennoch eine entscheidende Rolle? Um diese und weitere Fragen hat sich gestern die zweite Luzerner Energiekonferenz im KKLB (Kunst und Kultur im Landessender) gedreht. Rund 100 Politiker – darunter der ehemalige Bundesrat Moritz Leuenberger – sowie Energieunternehmer und Fachleute besuchten den Anlass. Der Tenor war klar: Die technischen Möglichkeiten und auch die Wirtschaftlichkeit für eine stärkere Nutzung der Solarenergie sind vorhanden: Rückschläge gibt es, wenn es um konkrete Entscheidungen geht. Moritz Leuenberger, ehemaliger Vorsteher des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, sagte an der Energiekonferenz: «Es gibt immer wieder fürchterliche Rückschritte, weil wir Menschen Modeerscheinungen unterliegen.» Die grösste Herausforderung sei es daher, einen Konsens zu finden.

Geht es bei der Nutzung der Solarenergie überhaupt vorwärts? «Bei der Technik werden grosse Fortschritte erzielt. Bedenken habe ich eher bei den Menschen. Darüber, ob sie wirklich eine nachhaltige Entwicklung möchten», sagte Leuenberger. Aus diesem Grund brauche es für die Energiewende einen Mix aus Freiwilligkeit, Anreizen und Gesetzen. Die Faktoren dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Die Abstimmung über die Einführung eines Solarrappens, welcher das Volk 2000 abgeschmettert hatte, war in den letzten Jahren der grösste Rückschlag in der Schweizer Energiepolitik, sagt Moritz Leuenberger. «Wäre dies vom Volk angenommen worden, würden wir heute in der Energiepolitik anderswo stehen.» Um in den nächsten Jahren vorwärtszukommen, müssten Kontrahenten zusammenarbeiten.

Ein Potenzial von 33 Prozent

Regierungsratspräsident Robert Küng hat für sein Präsidialjahr die Solarenergie als Schwerpunkt gesetzt. «Mit einem Anteil von 1 Prozent der Solarenergie am gesamten Energieverbrauch sind wir heute sehr bescheiden unterwegs. Dennoch hat es in den letzten fünf Jahren eine Verdoppelung beim Anteil der Fotovoltaik gegeben.» Dies sei eine Leistung, wenn man den Rückgang der finanziellen Unterstützung durch die kostendeckende Einspeisevergütung bedenke.

Das Potenzial der Solarenergie im Kanton Luzern betonte Cyrill Studer von der Dienststelle Umwelt und Energie. «Im Kanton gibt es 70 000 Dächer und somit viele Erntemöglichkeiten.» 40 Prozent der Dächer sind laut Studer gut bis sehr gut für den Bau von Fotovoltaikanlagen geeignet. Statt ein Prozent Solarenergie wären bis zu 33 Prozent möglich.

Solarkataster wird aufgeschaltet

Der Kanton Luzern schaltet am 10. April ein Solarkataster auf. Jeder Hausbesitzer kann damit prüfen, ob sein Dach für eine Solaranlage geeignet ist. «Ich hoffe, dass dies viele Hausbesitzer animieren wird», sagte Robert Küng. In eine entscheidende Phase gehen für den Umwelt- und Wirtschaftsminister die Vorschriften zu den Gebäudehüllen. «Es braucht eine Vorschrift, dass Neubauten künftig energieneutral sein müssen. Dies ist für mich ein Schlüssel für die Förderung erneuerbarer Energien.»

Auch Politiker präsentierten Vorschläge zur Förderung erneuerbarer Energien. So begrüssten CVP-Präsident Pirmin Jung und FDP-Kantonsrat Charly Freitag, der auch Gemeindepräsident von Beromünster ist, die Schaffung eines Kompetenzzentrums für Energienutzung.

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