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BEROMÜNSTER: Segelfluggruppe feiert 50-jähriges Bestehen

Die Segelfluggruppe Pilatus-Luzern feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Am Samstag stellt sich der Verein Interessierten vor. Zum Jubiläum kommt der Gruppe eine besondere Ehre zu teil.
Martina Odermatt
Erwin Stalder ist seit 48 Jahren begeisterter Segelflieger. (Bild: Dominik Wunderli (Beromünster, 24. August 2017))

Erwin Stalder ist seit 48 Jahren begeisterter Segelflieger. (Bild: Dominik Wunderli (Beromünster, 24. August 2017))

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Wenn Erwin Stalder im Segelflugzeug an den Alpen entlang segeln kann, dann ist für ihn die Welt in Ordnung. «Es den Vögeln gleichtun», nennt er es, da Segelflieger wie keine anderen Sportler Aufwinde, Luftströmungen und Wetterfronten konsequent nutzen würden. Seit seiner Kindheit ist Stalder vom Fliegen fasziniert. «Ich wuchs am Flugplatz Emmen auf, Flugzeuge beeindruckten mich schon immer», sagt er.

Der 66-Jährige präsidiert die Segelfluggruppe Pilatus-Luzern, welche am Samstag 50 Jahre zelebriert.

Segelfliegen nicht nur für gut Betuchte

Auf ihrem Heimatflugplatz in Beromünster will sich die Gruppe am Samstag Interessierten sowie Nachbarn, die an den Flugplatz angrenzen, vorstellen. Und damit auch mit Vorurteilen – etwa, das Segelfliegen teuer oder unsicher ist – aufräumen.

Das beste Beispiel dafür ist Stalder selbst. Noch während seiner Lehre als Werkzeugmacher beginnt er mit 18 Jahren die Ausbildung zum Segelflieger. Bereits mit 16 Jahren darf man heute die amtliche Prüfung antreten. Die Ausbildung zum Segelflieger umfasst unter anderem Theorie in Aerodynamik, thermische Kenntnisse und Wissen in Technik. Stalder investierte fast seinen ganzen Lehrlingslohn in die Flugstunden. Doch er versichert: Segelfliegen ist nicht nur etwas für gut Betuchte. «Bei einer Jahrespauschale von 1500 Franken ist man bereits dabei.» Zusätzlich kämen noch die Kosten für den Schlepper dazu. Diese betragen um die 50 Franken pro Flug. «Je öfter jemand fliegt, desto mehr profitiert man natürlich von dieser Pauschale», sagt Stalder. So wolle die Gruppe ermöglichen, dass all ihre Mitglieder viele Flüge absolvieren können. Und man dürfe nicht vergessen: Mit dem Segelflieger könne man an einem guten Tag bis zu acht Stunden in der Luft verbringen.

Auch punkto Sicherheit klärt Stalder auf: «In den 50 Jahren der Vereinsgeschichte ist es glücklicherweise noch nicht zu gravierenden Unfällen gekommen.» Es habe zwar hie und da Zwischenfälle gegeben. «Personen kamen aber keine zu Schaden.»

Es hätte einmal einen Vorfall gegeben, bei dem ein Flieger in einer Böschung gelandet sei. «Der Flügel war abgebrochen und der Flieger dahin. Der Pilot war aber wohlauf.» Doch auch trotz dieser Ereignisse bleibt Stalder dabei: «Segelfliegen ist durchaus ein sicherer Sport.»

Schweizer Meisterschaft zum Jubiläumsjahr

Obwohl Stalder an einem Flugplatz aufgewachsen ist: Motorflugzeuge liessen ihn kalt. «Segelfliegen ist doch viel spannender. Wenn ich fliege, bin ich nie ganz sicher, ob meine Route tatsächlich so funktionieren wird, wie ich das geplant habe. Ausserdem hat das Segelfliegen einen weiteren Reiz: Wir können mehr Höhe gewinnen als ein Motorflugzeug.» So ist es durchaus möglich, dass die Piloten in den Alpen mit einer speziellen Technik bis 7000 Höhenmeter erreichen. «Auf dieser Höhe habe ich noch nie ein herkömmliches Motorflugzeug gesehen», lacht Stalder. In solchen Höhen sind Sauerstoffflaschen und warme Kleider unabdingbar. Gehen Piloten in diese Höhen, müssen sie von Skyguide, die den Schweizer Luftraum überwacht, eine Freigabe einholen. Zum Vergleich: Ein Passagierflugzeug verkehrt auf einer Höhe zwischen 10 000 und 11 000 Metern.

Segelflugzeuge können aber nicht nur sehr hoch fliegen, sie sind auch erstaunlich wendig. Dies können verschiedene Piloten aus der Schweiz, Österreich und Deutschland beim Höhepunkt des Jubiläumsjahres be­weisen. Vom 30. August bis zum 2. September führt die Segelfluggruppe Pilatus-Luzern nämlich die Schweizer Meisterschaft im Segelkunstflug durch. In den Kategorien «Sportsman», «Advanced» und «Unlimited» werden sich die Piloten messen – und das in nicht ganz so hohen Sphären wie sonst. Für Stalder ein Glücksfall, denn normalerweise sehen die Anwohner die Flieger nur bei Start oder Landung. «So können die Anwohner die Segelflieger endlich einmal in Aktion sehen.»

Hinweis

Am Samstag findet von 9–12 Uhr auf der Westseite des Flugplatzes Beromünster ein Rundgang für Interessierte statt.

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