BEROMÜNSTER: Sendeturm wird unter Denkmalschutz gestellt

Seit Ende 2008 werden vom Landessender Beromünster keine Mittelwellen-Sendungen mehr ausgestrahlt. Nun soll der grosse Sendeturm unter Denkmalschutz gestellt werden.

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Der Sendemast auf dem Blosenberg in Beromünster. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Der Sendemast auf dem Blosenberg in Beromünster. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Die Dienststelle Hochschulbildung, Kultur und Sport des Kantons Luzern schreibt in ihren Erwägungen, dass aufgrund der (kultur-)historischen Bedeutung des Landessenders Beromünster und seiner Stellung in der Technikgeschichte die Schutzwürdigkeit der Anlage grundsätzlich gegeben sei, wie die die Staatskanzlei Luzern mitteilt. Ein Antrag der Denkmalkommission und zwei Gutachten führten dies überzeugend aus.

Apparaturen in Berner Museum
Weniger eindeutig ist hingegen die Frage des Schutzumfangs, wie es weiter heisst: Da die technischen Apparaturen über eine Vereinbarung mit der Swisscom und mit ausdrücklicher Zustimmung der Denkmalpflege in der Zwischenzeit vom Museum für Kommunikation in Bern übernommen wurden und dort bewahrt werden, zieht die Denkmalkommission ihren Antrag auf deren Unterschutzstellung zurück. Der Schutz der Objekte sei im Museum sehr gut gewährleistet.

Kleiner Turm nicht schutzwürdig
Zudem beantragt die Eigentümerin Swisscom, auf den Schutz des kleinen Sendeturms zu verzichten, weil die Kosten für den Erhalt unverhältnismässig wären, ohne dass der Sendeturm genutzt werden könnte. Vielmehr müsse die Swisscom, falls weiterhin ein Sendebetrieb zustande käme, den kleinen Sendeturm umbauen oder ersetzen. Auch die Gemeinde Gunzwil (heute fusioniert mit der Gemeinde Beromünster) argumentierte in diesem Sinn, weil nur der grosse Sendeturm die Qualität eines Denkmals und Symbols habe und von der Bevölkerung als solches wahrgenommen werde. Die Denkmalkommission betont hingegen die Bedeutung des kleinen Sendeturms als Dokumentation der technischen Entwicklung der Radiopionierzeit.

scd