BEROMÜNSTER: Sogar Schweine wurden ins Weltall geschossen

Dicht an dicht standen die Zuschauer für den Umzug im Flecken Spalier. Zu den äusserst kreativen Sujets gehörten auch tierische Nummern – etwa die der jubilierenden Bannerzunft Hämikon-Müswangen.

Ernesto Piazza
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Saulustig hatte es die Bannerzunft Hämikon-Müswangen, «cool» waren die Bräntetätscher Schwarzenbach als «The Britisch Navy» . (Bilder: Philipp Schmidli (Beromünster, 26. Februar 2017))

Saulustig hatte es die Bannerzunft Hämikon-Müswangen, «cool» waren die Bräntetätscher Schwarzenbach als «The Britisch Navy» . (Bilder: Philipp Schmidli (Beromünster, 26. Februar 2017))

Reihenweise standen die Zuschauer – speziell im Flecken – für die 44 Nummern Spalier. Augenfällig im Dorfzentrum war die vielfältige, ja fast grenzenlose Kreativität der Sujets. Alternierend mit Hildisrieden und Neudorf führt die Fleckenzunft den Umzug alle drei Jahre durch. Insgesamt sieben Zünfte von Willisau bis Hochdorf machten Karin I. (Karin Wandeler mit Robi) ihre Aufwartung. Sie regiert über die «Möischterer» Fasnacht 2017.

Die Zunftmeisterin liess sich in einem VW-Käfer-Oldtimer chauffieren und hatte sichtlich gut lachen. Selbstverständlich nicht nur, weil dieses Modell frei von Abgasskandalwirren daher-tuckerte. Zu Fuss war Ludwig «Lodi» Suter unterwegs. Diesmal marschierte er allerdings am Tag durchs Dorf und ging nicht wie gewohnt seiner Arbeit als Nachtwächter von Beromünster nach.

Eine Wasserstrasse für Beromünster

Mit lautem Getöse und umtriebigem Schaffen machten die Hahnerüücher auf sich aufmerksam. Der Wagen der fasnächtliche Kultur pflegenden Gruppe aus dem Raum Seetal/Michelsamt plädierte für keinen Tagbau am Pilatus. «Cholestrom adee das esches för eus gsee.» Gut vorbereitet wären sie aber gewesen, wie sie mit ihrer Maschine demonstrierten. Auch das Sujet mit dem Baldegger-Seeuferweg – von den Spootzünder Chliwange – durfte nicht fehlen. Die Götschizunft Hildisrieden präsentierte sich «Metem Stürfochs of de Jagd». Das Motto stand ganz im Zeichen von Erwin II (Erwin Bieri mit Petra), dem Unternehmens- und Steuerberater sowie passionierten Jäger.

Die Willisauer Karnöffelzunft trat mit den Wöschwybern, dem Stadttier und seinem Wächter auf. Vor allem aber sorgten die «gfürchigen» Enzilochmannen für viel Betrieb und bei jüngsten Umzugsteilnehmern für die eine oder andere Schrecksekunde.

Natürlich wurde auch geschränzt. Beispielsweise von den Bogeteguuggern Rickenbach. Sie feiern ihr 40-Jahr-Jubiläum und traten mit zirka 55 Personen auf – zusammengesetzt aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern. Bereichernd für den Umzug war ebenfalls die Primarschule Beromünster mit ihren Unterwasserwelten.

Zunftmeister Tschüse I (Josef Erni mit Daniela) repräsentierte die Böögenzunft Neudorf. Die Chomerbuebe Moischter machten mit den Gondolieri ganz auf Italienisch. Beromünster brauche doch eine Wasserstrasse und könnte fortan Beronedig oder Berovezia heissen. Die Chrotemösler Gunzwil nahmen mit dem Motto «D’ Wetterprognose send dronder ond dröber» unsere Meteorologen aufs Korn. Die Äxtra Würscht waren für den Sammelwagen der Fleckenzunft verantwortlich. «Auch Geld aus dem Aargau ist herzlich willkommen», konnte sich der Speaker einen Seitenhieb nicht verkneifen.

Die Bannerzunft Hämikon-Müswangen kam «tierisch» und gar mit fünf Wagen daher. Zunftmeister und Schweinehändler Bruno Häberli plane eine Filiale im All. Ein Raumschiff werde «Säu» ins Weltall spedieren. Nur das eine oder andere landete gestern schon mal im Brunnen.

Unter den 9000 Besuchern war auch Regina Köpfli mit ihren beiden Töchtern Alina und Emya. Sie genoss die Atmosphäre. Zwar sei es mit den Kindern anstrengend, sagte sie und lachte, «aber nicht wegen des Umzugs». Umzugschef Stephan Meyer sprach von einem «sehr positiven Fazit».

Umzug in Kürze

Anzahl Nummern: 44
Anzahl Zuschauer: 9000
Stimmung: entspannt
Dauer: 100 Minuten
Highlight: Schweine ins Weltall

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch