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BEROMÜNSTER: Stiftskirche mit tausendjähriger Geschichte

Die Stiftskirche St. Michael besitzt sakrale Schätze und hat im Kern eine bis heute erhaltene frühromanische Basilika.
Susanne Balli
Bild: Pius Amrein

Bild: Pius Amrein

Wer sich für besonders sehenswerte kirchliche Bauten interessiert, kommt um einen Besuch des Chorherrenstifts St. Michael in Beromünster nicht herum. Das Stift mit der auf einer kleinen Anhöhe stehenden Stiftskirche ist mehr als tausend Jahre alt und wurde von Graf Bero von Lenzburg gegründet. Nach alter Sage verlor dessen Sohn das Leben bei einem Kampf mit einem Bären. Der Graf liess daraufhin das Stift als Begräbnisstätte für seine Familie errichten.

Romanische Basilika

Durch mehrere Umbauten im Laufe der Jahrhunderte und zwei Barockisierungen erhielt die Stiftskirche ihr heutiges Aussehen. Doch die frühromanische dreischiffige Basilika von 1034/36 blieb bis heute in den Grundzügen erhalten. Ursprünglich war das Innere der Kirche schlicht und dunkel. Die Krypta ist der älteste Teil der Kirche. In dieser unterirdischen, rein romanischen Kapelle liegt das Grab der Lenzburger Grafen.

Der ganze Stiftsbezirk mit der Kirche, dem Kreuzgang, der Galluskapelle und den 31 Chorhäusern ist von einzigartiger kulturgeschichtlicher Bedeutung. «Im Stift lebte seit den Anfängen im 10. Jahrhundert eine Gemeinschaft von Geistlichen, die allerdings nicht Ordensleute waren, sondern dem Weltklerus angehörten», erklärt der 80-jährige Chorherr Jakob Bernet, der ebenfalls eines der Chorhäuser bewohnt. (Chorherren sind pensionierte Priester, die sich mehrmals täglich im Chorgestühl der Stiftskirche zum gemeinsamen Gebet treffen.) Das ursprüngliche, klosterähnliche Zusammenleben wurde 1217 aufgegeben. Seither bewohnte jeder Chorherr ein eigenes Haus. Heute leben noch sieben Chorherren und ein Kaplan in den Chorhäusern, die weiteren Häuser sind an Private vermietet.

Pastellgrüne Stuckaturen

Aber zurück zur Stiftskirche: Betritt man den Kirchenraum, bemerkt man, dass hier nicht die Grossräumigkeit des Barocks vorherrscht, vielmehr überdeckt das Barocke einen mittelalterlichen Bau. Der Kirchenraum ist vielfach unterteilt und wirkt eher eng. Sogleich fallen die pastellgrünen Stuckaturen der letzten Barockisierung von 177375 an Wänden und Decke auf, die sich vom weissen Untergrund abheben. Sie stammen aus den Händen von Martin Fröwis und Lorenz Schmid. Die beiden Deckengemälde hat 1774 Josef Ignaz Weiss aus Kempten im Allgäu gemalt. Sie zeigen Mariä Himmelfahrt und die Marienkrönung.

Die Ausstattung der Kirche geht ebenfalls auf die letzte Barockisierung der Kirche zurück. «Die Kirche verfügt über drei Orgeln, ganz im Zeichen der barocken Fülle», erklärt Bernet. Die Hauptorgel ist über einen Gang mit der Epistel- und mit der Evangelienorgel verbunden. «So kann der Organist während eines Gottesdienstes ganz einfach die Orgel wechseln.» Der Hochaltar von Lorenz Schmid entfaltet durch vier Säulen eine starke Tiefenwirkung. Er wird an Festgottesdiensten wie Weihnachten und Ostern benutzt.

Sagenhafte Figuren im Chorgestühl

Besonders eindrücklich ist das Chorgestühl, das vor rund 400 Jahren von den Brüdern Melchior und Heinrich Fischer aus Eichenholz geschnitzt wurde und die Lebensgeschichte von Jesus zeigt. Man kann aber auch über 600 kleine sagenhafte Figuren von Engeln, Heiligen, Drachen und anderen Monstern entdecken.

Eine Spezialität der Stiftskirche ist das «Heilig Grab». Es handelt sich um ein 7,5 auf 7,5 Meter grosses «Schaugerüst». Es ist eine Leinwand, auf welcher Josef Ignaz Weiss 1771 eine Säulenhalle mit grosser Tiefenwirkung realisiert hat, in deren Zentrum sich das Grab Christi befindet. «Das Heilig Grab wird jährlich zwischen Passionssonntag und Karsamstag am Chorgitter aufgebaut», erklärt Bernet.

Eine weitere wertvolle Besonderheit ist der Stiftsschatz von Beromünster, den man auf Anfrage oder bei Führungen besichtigen kann. Er beinhaltet liturgische Werke aus einer Zeitspanne von über 1300 Jahren und zählt zu den wichtigsten Kirchenschätzen der Schweiz.

Susanne Balli

Hinweis

Quellen: Meyer André: Stift und Stiftskirche St. Michael Beromünster, Bern. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, 2000; www.sakrallandschaft-innerschweiz.ch; www.stiftberomuenster.ch. Anfragen für Führungen per Mail an fuehrungen@stiftberomuenster.ch

Bild: Pius Amrein

Bild: Pius Amrein

Bild: Pius Amrein

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