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Interview

Berufs-WM in Russland: Das Schweizer Geheimnis

Der Luzerner Regierungsrat Reto Wyss ist derzeit im russischen Kazan und besucht die World Skills. Dort ist die Schweiz hoch im Kurs.
Ismail Osman
Die Eröffnungsfeier der Berufs-WM in Kazan am vergangenen am Donnerstag, 22. August, lies nichts zu wünschen übrig. Nun muss sich die Schweizer Delegation jedoch im Wettkampf beweisen. (Bild: Michael Zanghellini/SwissSkills)

Die Eröffnungsfeier der Berufs-WM in Kazan am vergangenen am Donnerstag, 22. August, lies nichts zu wünschen übrig. Nun muss sich die Schweizer Delegation jedoch im Wettkampf beweisen. (Bild: Michael Zanghellini/SwissSkills)

Der Luzerner Finanzdirektor Reto Wyss (CVP) ist seit 2015 Stiftungsratspräsident der Swiss Skills. In diesem Amt fiebert er derzeit in Kazan mit der Schweizer Delegation mit. Unter den jungen Berufsleuten kämpfen auch vier Luzerner um einen Platz auf dem Podest.

Was sind ihre ersten Eindrücke von dieser Ausgabe der Berufs-WM?

Der Regierungsrat Reto Wyss ist auch Stiftungsratspräsident der Swiss Skills. (Bild: Boris Bürgisser)

Der Regierungsrat Reto Wyss ist auch Stiftungsratspräsident der Swiss Skills. (Bild: Boris Bürgisser)



Reto Wyss: Die Organisatoren haben tolle Arbeit geleistet. Im Vergleich mit anderen Austragungen gibt es vor Ort kurzfristig vor dem Wettbewerb wenig Probleme und Überraschungen. Die Dimensionen des Anlasses sind sehr beeindruckend. Das Gelände ist für unsere Verhältnisse riesig, die Eröffnungsfeier war äusserst pompös!

Wie ist die Stimmung im Schweizer Lager?

Im Vorfeld gab es in der Schweiz mehrere Teamevents, die ganz zentral der Teambildung gedient haben. Es ist jeweils auch schön zu beobachten, wie die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen mit ihren Experten zu einem Team zusammenwachsen. Ein eingeschworenes Team ist die Basis für gute Leistungen.

Sie treffen vor Ort auch die Verantwortlichen anderer Länder. Über welche Themen tauscht man sich dabei aus? Und: Was will man von der Schweiz wissen?

Die Schweiz ist als Land mit einem guten Berufsbildungssystem bekannt. Seit es World Skills Wettbewerbe gibt, sind wir immer sehr gut platziert. Da liegt es nahe, dass die anderen Länder erfahren wollen, wieso dies möglich ist.

Hat die Schweiz eigentlich Einfluss auf die Ausgestaltung der Berufs-WM?

Wir setzen uns innerhalb von World Skills ein, dass die Wettbewerbe weiterhin so ausgestaltet sind, dass Nationen mit einem starken Berufsbildungssystem auch entsprechende Vorteile haben. Denn nur das ist nachhaltig.

Welches Image hat die Schweiz eigentlich bei diesen Wettbewerben?

Das Image der Schweiz ist sehr gut. Wir sind ja im internationalen Vergleich mit rund zwei Dritteln der Jugendlichen, die eine Berufslehre machen, auch ein klassisches Berufsbildungsland. Mir ist kein Land bekannt, in dem die Berufsbildung einen vergleichbar hohen Stellenwert hat und gleich viele Jugendliche diesen Weg auch beschreiten.

Was macht bei uns den Unterschied aus?

Durch die starke Involvierung der Wirtschaft ist unsere Berufsbildung äusserst praxisbezogen. Das ist eine der grossen Stärken und macht sie derart attraktiv. Zumal durch die Durchlässigkeit jemand mit einer Berufslehre heute in der Schweiz ebenso gute Karrierechancen hat, wie mit einem Studium. Das führt gleichzeitig dazu, dass im Vergleich in der Schweiz weniger Jugendliche eine Matura absolvieren, diese aber dafür ein hohes Niveau hat.

Sie sind seit 2015 Stiftungsratspräsident der Swiss Skills. Damals waren Sie noch im Amt des Bildungsdirektors. Mittlerweile sind sie Finanzdirektor. Weshalb bleibt ihr Engagement für die Swiss Skills?

In den ersten Jahren meines Präsidiums haben wir viel bewegen können. Die Swiss Skills 2018 in Bern haben sehr schön gezeigt, dass die Berufsbildung in der Schweiz wieder präsenter und als guter Ausbildungsweg anerkannt ist. Das Erreichte möchte ich noch festigen. Zudem habe ich mich im Herbst 2018 für eine weitere Periode von drei Jahren als Präsident wählen lassen, jetzt will ich Wort halten.

Der Aufwand der Teilnehmer der World Skills ist enorm. Weshalb lohnt es sich trotzdem hier teilzunehmen?

Für die Teilnehmer selber ist die ganze Vorbereitungsphase eine einzigartige Erfahrung. Sie erweitern einerseits ihre berufsspezifischen Skills, profitieren aber auch persönlich enorm. Und natürlich öffnet eine Teilnahme oder sogar eine Medaille an World Skills auch Türen für die weitere berufliche Karriere.

Für eine Teilnahme braucht es aber auch einigen Goodwill vom Arbeitgeber.

Durch die erfolgreiche Teilnahme an den Berufsmeisterschaften werden die jungen Berufsleute tolle Ambassadoren für ihren Beruf, ihr Unternehmen und für die Berufsbildung im Allgemeinen. Davon profitieren dann auch alle, welche in der Vorbereitung einen solch grossen Effort leisten.

Hand aufs Herz: Gönnen Sie den Luzerner Kandidaten die Medaille mehr als den anderen?

Nein, als Präsident dieser nationalen Organisation freue ich mich über jede Medaille, aber ganz besonders über eine gute Teamleistung.

Mehr Infos: www.swiss-skills.ch und www.worldskills.org

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